Gender Monitor der hessischen Fachhochschulen

Liste der Studienbereiche, geordnet nach dem Frauenanteil

Bachelor-Studiengänge mit einem Frauenanteil von über 50-96%

  • Sozialarbeit und Sozialwissenschaften
    der Frauenanteil in den Studiengängen der Sozialen Arbeit ist relativ homogen (70-76%), die Ausnahmen bilden der Online-Studiengang an der Hochschule RheinMain (86%) und ein Studiengang zu Frühkindlicher inklusiver Bildung in Fulda (96%).
     
  • Pflege und Gesundheit
    Studiengänge mit dem Schwerpunkt Gesundheit sind stark frauendominiert (deutlich über 80%); in der Pflege gibt es beim Frauenanteil immerhin Unterschiede von fast 10 Punkten zwischen Frankfurt (86%) und Fulda (76%).
     
  • Architektur und Innenarchitektur
    Über 80% Frauen in der Innenarchitektur sind keine große Überraschung, aber warum liegt der Frauenanteil bei den ArchitekturstudentInnen in Gießen-Friedberg bei fast 70%, in Frankfurt dagegen bei ausgeglichenen 51%?


Bachelor-Studiengänge mit ausgeglichenem Frauen- und Männeranteil

Bachelor-Studiengänge mit einem Frauenanteil zwischen 35-75%

  • Betriebswirtschaft spezialisiert
    Die Studiengänge, die sich auf die öffentliche Verwaltung konzentrieren, weisen einen Frauenüberschuss auf (74% und 64%), beim Luftverkehrsmanagement (43%) sind Frauen etwas unterrepräsentiert, erst recht bei der Logistik (34%).
     
  • Betriebswirtschaft international
    Hier bietet sich ein weniger ausgeglichenes Bild: so hat die Hochschule RheinMain in ihrem internationalen BWL-Studiengang über 60% Frauen, Frankfurt dagegen fast 16 Prozentpunkte weniger (46%). Auch der Bereich „Finance“ scheint Männer mehr als Frauen zu interessieren (39%).
     

Bachelor-Studiengänge mit einem Frauenanteil zwischen 30-90%

  • Oecothrophologie, Weinbau und Getränketechnologie
    Die Oecothrophologie (früher Hauswirtschaft) hat traditionell einen sehr hohen Frauenanteil (87%), in der Internationalen Weinwirtschaft finden sich deutlich mehr Frauen (51%) als in Weinbau und Getränketechnologie (33%).


Bachelor-Studiengänge mit einem Frauenanteil zwischen 25-70 %

  • Journalismus, Kommunikation, Medien, Design
    In Studiengängen des Journalismus und des Kommunikationsdesigns sind Frauen überdurchschnittlich stark vertreten (60-70%), weniger im Bereich Industriedesign (39%) und Digitial Media (25%).
     
  • Bio-, Chemie-, Medizin- und Umwelttechnologie
    Die ersten Studiengänge der Ingenieurwissenschaften in dieser Liste bieten ein buntes Bild: über 60% Frauen in der Chemie-, Biotechnologie/Biopharmazeutischer Technologie und Lebensmitteltechnologie in Darmstadt, Gießen-Friedberg und Fulda, ein ausgeglichenes Verhältnis bei der Bioverfahrenstechnik in Frankfurt (52%) und immerhin noch 29% Frauen in der Umwelttechnik der Hochschule RheinMain. Dies bestätigt die Beobachtung, dass Frauen sich am ehesten für Ingenieurwissenschaften interessieren, wenn sie interdisziplinär ausgerichtet sind (Richtung Chemie, Biologie und Medizin) oder gesellschaftspolitische Fragen aufnehmen.


Bachelor-Studiengänge mit einem Frauenanteil von 15-55%

  • Mathematik und Physikalische Technik
    An der Mathematik kann es nicht liegen, dass Frauen sich seltener für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge interessieren: in den Mathematikstudiengängen ist das Geschlechterverhältnis fast ausgeglichen. Noch ein ganzes Stück davon entfernt sind Studiengänge mit Physikschwerpunkt (18-21%).
     
  • Bauingenieurwesen, Garten- und Landschaftsbau
    In der Landschaftsarchitektur und im Gartenbau nähert sich der Frauenanteil der 50%-Marke. Beim Bauingenieurwesen lassen sich wiederum deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen ausmachen: in der Hochschule RheinMain sind es gut 27% Frauen, in Frankfurt dagegen nur knapp 19%.
     
  • Medieninformatik
    Im Bereich Medieninformatik sind die Unterschiede beim Frauenanteil ganz erheblich: Fulda startet seinen neuen Bachelorstudiengang mit 44%, Gießen-Friedberg verharrt bei 16%. Der Studiengang Information Science and Engineering in Darmstadt erreicht mit seiner stark interdisziplinären Ausrichtung und einem geringeren Informatikanteil einen Frauenanteil von fast 46%.
     

Bachelor-Studiengänge mit einem Frauenanteil von 10-40%

  • Wirtschaftsingenieurwesen
    Generell liegt der Frauenanteil im Wirtschaftsingenieurwesen höher als in den reinen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Studiengängen sind aber erheblich, die meisten Studentinnen weisen hier Fulda (24%) und Darmstadt (24%) auf.


Bachelor-Studiengänge mit einem Frauenanteil von 5-30%

  • Allgemeine und Angewandte Informatik
    Nach einem vorübergehenden Tief steigt der Frauenanteil in der Informatik tendenziell an allen hessischen Fachhochschulen wieder leicht an. Trotzdem sind die Unterschiede zwischen den Hochschulen groß: so ist der Frauenanteil in Frankfurt (22%) fast dreimal so hoch wie in Gießen-Friedberg (8%).
  • Interdisziplinäre Informatik
    Wirtschaftsinformatik oder Ingenieurs- oder Technische Informatik sind die derzeitigen Spezialisierungen an den hessischen Fachhochschulen. Auch hier ist Frankfurt beim Frauenanteil führend, sowohl bei der Wirtschaftsinformatik (22-29%) als auch in der Ingenieursinformatik (20%). Gießen-Friedberg hat mit 4% in der Technischen Informatik den niedrigsten Frauenanteil.
  • Maschinenbau
    Das Studienspektrum des Maschinenbaus ist relativ breit. Dort wo das Fach interdisziplinär ausgerichtet ist, ist der Frauenanteil höher, so wie bei der Material- und Produktentwicklung in Frankfurt (29%) oder der Kunststofftechnik in Darmstadt (16%) (Bioverfahrenstechnik siehe unter Bio-, Chemie-, Medizin- und Umwelttechnologie). Im reinen Maschinenbau schwankt der Frauenanteil dagegen nur zwischen 4 und 7%.


Bachelor-Studiengänge mit einem Frauenanteil von 0-15%

  • Kooperative Ingenieurstudiengänge
    In den Kooperativen Studiengängen sind Frauen kaum zu finden. Am erfolgreichsten ist hier noch die Hochschule RheinMain mit 14% Frauen in ihrem Studium Systems Engineering.
  • Elektro- und Informationstechnik
    Die Elektrotechnik gehört bei jungen Frauen zu den unbeliebtesten Studienfächern. Einzig in der Medientechnik an der Hochschule RheinMain (16%) oder in der Informations- und Kommunikationstechnik in Gießen-Friedberg (15%) bewegt sich der Frauenanteil im zweistelligen Bereich, er liegt sonst meistens deutlich unter 7%.
  • Mechatronik
    Die Mechatronik bildet das Schlusslicht beim Frauenanteil in den MINT-Fächern: 3-5% Frauen sind eine verschwindend geringe Zahl.