Gender Monitor


Bachelor-Studiengänge, in denen Frauen dominieren

  • Sozialarbeit und Sozialwissenschaften
    Der Frauenanteil in den Studiengängen der Sozialen Arbeit ist relativ homogen (67-76%), die Ausnahmen bilden der Online-Studiengang an der Hochschule RheinMain (82%) und der Studiengang zu Frühkindlicher inklusiver Bildung in Fulda (94%).
  • Pflege und Gesundheit
    Studiengänge mit dem Schwerpunkt Gesundheit sind stark frauendominiert (über 86%); in der Pflege schwankt der Frauenanteil zwischen 71% (Fulda, Pflegemanagement) und 82% (Frankfurt).
  • Architektur und Innenarchitektur
    82-89% Frauen in der Innenarchitektur übertreffen noch die Pflege, in der Architektur steigt der Frauenanteil seit Jahren kontinuierlich, es gibt aber große Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen (Frankfurt 54%, TH Mittelhessen 69% Frauenanteil).

Bachelor-Studiengänge mit ausgeglichenem Frauen- und Männeranteil

  • Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht
    Die einzigen Studiengänge, in den das Geschlechterverhältnis bei den Studierenden fast ausgeglichen ist. Nur der Studiengang Insurance and Finance an der H RheinMain fällt mit 44,5% Frauenanteil etwas heraus.

Bachelor-Studiengänge mit wechselndem Frauen- und Männeranteil

  • Betriebswirtschaft spezialisiert
    Die Studiengänge, die sich auf die öffentliche Verwaltung konzentrieren, weisen einen hohen Frauenanteil auf (75% und 70%), beim Luftverkehrsmanagement (48%) hat sich das Verhältnis fast ausgeglichen, bei der Logistik (34%) sind Frauen unterrepräsentiert. Alle vier Studiengänge haben aber insgesamt nur 423 Studierende (WS 2010/11).
  • Betriebswirtschaft international
    Hier bietet sich ein weniger ausgeglichenes Bild: so haben die FH Frankfurt am Main und die Hochschule RheinMain in ihren internationalen BWL-Studiengang deutlich über 60% Frauen, Fulda dagegen mit der größten Studierendenzahl bleibt unter 50%. Für Frauen am wenigsten interessant ist der Bereich „Finance“ (37%) in Frankfurt, eine Parallele zu dem niedrigeren Frauenanteil im Studiengang „Insurance and Finance“ an der H RheinMain (s. oben unter Betriebswirtschaft).
  • Oecothrophologie, Weinbau und Getränketechnologie
    Die Oecothrophologie (früher Hauswirtschaft) hat traditionell einen sehr hohen Frauenanteil (86%). In der Internationalen Weinwirtschaft finden sich deutlich mehr Frauen (45%) als in Weinbau und Getränketechnologie (33%).
  • Journalismus, Kommunikation, Medien, Design
    In Studiengängen (Bachelor und Diplom) des Journalismus und des Kommunikationsdesigns sind Frauen überdurchschnittlich stark vertreten (61-73%), ebenfalls überproportional im Studiengang Media Management (57%), weniger im Bereich Industriedesign (40%) und Digitial Media (23%).
  • Bio-, Chemie-, Medizin- und Umwelttechnologie
    Die ersten Studiengänge der Ingenieurwissenschaften in dieser Liste bieten ein buntes Bild: über 60% Frauen in der Biotechnologie/Biopharmazeutischer Technologie und Lebensmitteltechnologie in Darmstadt, an der TH Mittelhessen und in Fulda, ein ausgeglichenes Verhältnis bei der Bioverfahrenstechnik in Frankfurt (51%) und immerhin noch 24% Frauen in der Umwelttechnik der Hochschule RheinMain. Dies bestätigt die Beobachtung, dass Frauen sich am ehesten für Ingenieurwissenschaften interessieren, wenn sie interdisziplinär ausgerichtet sind (Richtung Chemie, Biologie und Medizin) oder gesellschaftspolitische Fragen aufnehmen. Am stärksten zieht das Wort „Bio“ im Namen eines Studiengangs.
  • Mathematik und Physikalische Technik
    An der Mathematik kann es nicht liegen, dass Frauen sich seltener für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge interessieren: In den Mathematikstudiengängen ist das Geschlechterverhältnis fast ausgeglichen (48-54%). Noch ein ganzes Stück davon entfernt, aber immerhin noch relativ gut vertreten sind Studiengänge mit Physikschwerpunkt (16-30%).
  • Bauingenieurwesen, Garten- und Landschaftsbau
    In der Landschaftsarchitektur und im Gartenbau liegt der Frauenanteil bei 43-44%. Beim Bauingenieurwesen lassen sich wiederum deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen ausmachen: in der Hochschule RheinMain sind es 29% Frauen, in Frankfurt dagegen nur 19%.
  • Interdisziplinäre Informatik
    Die TH Mittelhessen startet die Medizinische Informatik mit 50% Frauenanteil. Die beiden neuen international ausgerichteten Wirtschaftsinformatik-Studiengänge in Frankfurt haben einen deutlich höherem Frauenanteil als die alte Wirtschaftsinformatik, die ausläuft. Das Schlusslicht bildet die Technische Informatik an der TH Mittelhessen mit nur 4% Frauen. Allerdings haben diese Studiengänge – bis auf die Ingenieurinformatik in Frankfurt – insgesamt nicht so viele Studierende und sind teilweise sehr klein.
  • Medieninformatik
    Im Bereich Medieninformatik sind die Unterschiede beim Frauenanteil ganz erheblich: Fulda kommt auf 32%, die TH Mittelhessen hat nur 19%, dazwischen liegt RheinMain mit 24%. Der Studiengang Information Science and Engineering in Darmstadt erreicht mit seiner stark interdisziplinären Ausrichtung und einem geringeren Informatikanteil einen Frauenanteil von 42%.

Bachelor-Studiengänge, in denen Frauen deutlich in der Minderheit sind

  • Wirtschaftsingenieurwesen
    Generell liegt der Frauenanteil im Wirtschaftsingenieurwesen höher als in den reinen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Studiengängen sind aber erheblich, die meisten Studentinnen weisen hier die TH Mittelhessen mit Facility Management (35%) und die H Darmstadt (24%) auf. Der Bereich Energiewirtschaft in Darmstadt allerdings ist das Schlusslicht mit 15%.
  • Allgemeine und Angewandte Informatik
    Nach einem vorübergehenden Tief steigt der Frauenanteil in der Informatik an den hessischen Fachhochschulen insgesamt weiter leicht an. Die Unterschiede zwischen den Hochschulen sind aber groß: So ist der Frauenanteil in Frankfurt (21%) noch mehr als doppelt so hoch wie in Fulda und an der TH Mittelhessen (9%).
  • Maschinenbau
    Wo das Fach Maschinenbau interdisziplinär ausgerichtet ist, ist der Frauenanteil höher, so wie bei der Material- und Produktentwicklung in Frankfurt (26%) oder der Kunststofftechnik in Darmstadt (17%) Im reinen Maschinenbau schwankt der Frauenanteil dagegen nur zwischen 4 und 7%. Die Bioverfahrenstechnik in Frankfurt besitzt mit 51% Frauenanteil eine Sonderstellung.
  • Kooperative Ingenieurstudiengänge
    In den Kooperativen Studiengängen sind Frauen schwach vertreten. Am erfolgreichsten ist hier noch die Hochschule RheinMain mit 13% Frauen in ihrem Studium Systems Engineering.
  • Elektro- und Informationstechnik
    Die Elektrotechnik gehört zu den unattraktivsten Studienfächern für junge Frauen. Einzig in der Medientechnik an der Hochschule RheinMain (22%) oder in der Informations- und Kommunikationstechnik an der TH Mittelhessen (14%) bewegt sich der Frauenanteil im zweistelligen Bereich, er liegt sonst meistens deutlich unter 9%. Immerhin weisen einige Studiengänge leichte Steigerungsraten auf, und die absolute Zahl der Studentinnen hat sich deutlich erhöht (von 116 auf 195).
  • Mechatronik
    Die Mechatronik bildet das Schlusslicht beim Frauenanteil in den MINT-Fächern: 2-5% Frauen sind eine verschwindend geringe Zahl.