
Forschungsberichte des gFFZ – Band 5
gFFZ – Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Fachhochschulen (Hg.):
A.U.S.W.E.G. Ärztliche Dokumentation der Folgen häuslicher Gewalt
Sichtweisen der Gesundheitsversorgung - eine Evaluationsstudie in Hessen
von Beate Blättner, Kerstin Krüger und Annette Grewe, Hochschule Fulda
Broschüre
EUR 10,00 plus Versand EUR 2,20
Häusliche Gewalt – Sensibilisierung von Ärztinnen und Ärzten noch nicht ausreichend
Die Arbeitsgruppe „Gesundheitsschutz bei Interpersoneller Gewalt“ am Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda unter der Leitung von Prof. Dr. Beate Blättner hat die Studie „A.U.S.W.E.G. Ärztliche Dokumentation der Folgen häuslicher Gewalt, Sichtweisen der Gesundheitsversorgung - eine Evaluationsstudie in Hessen“ veröffentlicht. Sie ist in der Reihe „Forschungsberichte“ des gFFZ, des Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen, als Band 5 erschienen und kann hier bezogen werden
In der Studie wird die Akzeptanz des hessischen Dokumentationsbogens bei häuslicher Gewalt untersucht. Dessen Ziel war es, den zivilgerichtlichen Schutz der von Partnergewalt betroffenen Frauen durch niedergelassene und stationär versorgende Ärztinnen und Ärzte zu verbessern.
Die Autorinnen der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass eine umfassende Implementierung des hessischen Dokumentationsbogens im hessischen Gesundheitswesen bisher nicht gelungen ist, unter anderem weil Aufbau und Fragestellungen noch nicht hinreichend der Logik der Gesundheitsversorgung folgen. Ärztinnen und Ärzte hätten ihn bisher nur vereinzelt zur Kenntnis genommen. Die Autorinnen formulieren Zweifel, dass Ärztinnen und Ärzte in Hessen durchgängig hinreichend sensibilisiert sind, um einen Verdacht zu entwickeln, dass es sich bei Gesundheitsstörungen oder Verletzungen einer Patientin auch um Folgen häuslicher Gewalt handeln könnte, wenn diese das Thema nicht von sich aus anspricht.
Generell seien in Deutschland – im Gegensatz zu anderen Ländern – für das Gesundheitswesen im Bereich der häuslichen Gewalt und ihrer gesundheitlichen Folgen Ziele, primär relevante Versorgungsbereiche und Versorgungssituationen nicht klar und eindeutig kommuniziert. Die Autorinnen empfehlen für die Zukunft ein generelles Screening nach internationalen Vorbildern zu diskutieren und einen klaren, in einer Leitlinie festgelegten Handlungs-Algorithmus einzuführen. Strukturelle Rahmenbedingungen müssten verändert werden; fundierte, versorgungsnahe Forschung sei notwendig.
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