Absolventin der Hochschule RheinMain gewinnt den Henriette-Fürth-Preis 2016, der Sonderpreis geht an eine Absolventin der Frankfurt University of Applied Sciences.

Anna Kellermann, Absolventin des BA Soziale Arbeit der Hochschule RheinMain, Fachbereich Sozialwesen, erhält für ihre Bachelorarbeit „Heteronormative Sozialisationsbedingungen am Beispiel von Schule und die daraus entstehende Notwendigkeit von spezialisierten Einrichtungen für lesbische, schwule und bisexuelle Jugendliche in der Sozialen Arbeit“. Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Davina Höblich und Prof. Dr. Arne Schäfer betreut. Die Jury würdigte die „ebenso elaboriert wie hoch engagiert begründete gesellschaftspolitische Relevanz der Auseinandersetzung mit Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität“ in der Bildungsinstitution Schule. Die Studie rekonstruierte anspruchsvoll und gut strukturiert aktuelle sozialwissenschaftlichen Theorien über vergeschlechtlichende Sozialisation und erschloß diese auch für die Praxis der Sozialen Arbeit. Die Soziale Arbeit wird als Profession im Setting Schule kritisch daraufhin befragt, wie sie selbst Teil des von heteronormativen Machtbeziehungen geprägten Feldes ist und dabei zu Diskriminierung und Ausgrenzung beiträgt. Darüber hinaus nimmt die Autorin auch konkrete sozialpädagogische Projekte und Maßnahmen in den Blick, mit denen Soziale Arbeit diesen Mechanismen entgegenwirken kann.

Lea Theurer, Absolventin des BA Soziale Arbeit der Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit erhält den Sonderpreis für ihre Bachelorarbeit „Geschlechterdarstellungen in der Popmusik und deren Einfluss auf die Geschlechtsidentitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen“.  Die Betreuerinnen waren Prof. Ulrike Pfeifer und Heike Beck. Heike Beck war selbst Preisträgerin des Henriette-Fürth-Preises 2007. Die Studie untersucht vor dem Hintergrund verschiedener hochaktueller Theoriestränge der Geschlechterforschung die Geschlechterinszenierungen in der Popmusik und nimmt dazu ausgewählte Ikonen der Musikindustrie in den Blick. Während letztlich vielfach tradierte Geschlechterbilder reproduziert werden, finden sich stellenweise auch innovative queere Konzepte, die stereotype Geschlechterbilder radikal ‚auf den Kopf stellen' und somit musik- und körperästhetisch das realisieren, was die renommierte Geschlechtertheoretikerin Judith Butler als Dekonstruktion von Geschlecht bezeichnete.  

Das gFFZ zeichnet damit nicht nur die beiden Absolventinnen aus, sondern würdigt auch die Arbeit der betreuenden Professorinnen.

Die Preisverleihung fand an der Hochschule RheinMain am 14.07.2016 im Rahmen der Absolvent_innenfeier des Fachbereichs Sozialwesen statt. Prof. Dr. Stefan Timmermanns von der Frankfurt UAS hielt eine Laudatio, Prof. Dr. Lotte Rose, die Geschäftsführerin des gFFZ, stellte das gFFZ vor und überreichte das Preisgeld in Höhe von 500 Euro.
Die Preisverleihung des Sonderpreises fand an der Frankfurt University of Applied Sciences im Rahmen der Absolvent_innenfeier des  Fachbereichs  Soziale Arbeit und Gesundheit statt. Prof. Dr. Lotte Rose hielt eine Laudatio und überreichte das Preisgeld in Höhe von 200 Euro.

Der Henriette-Fürth-Preis ist benannt nach der jüdischen Sozialpolitikerin, Frauenrechtlerin, Wissenschaftlerin und Publizistin Henriette Fürth (1861-1938), die in Gießen geboren wurde und in Darmstadt und Frankfurt gewirkt hat. Er wird seit 2004 einmal jährlich vom gFFZ vergeben. Mit dem Henriette-Fürth-Preis wird die beste Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeit eines Jahrgangs zur Genderthematik an hessischen Fachhochschulen ausgezeichnet. Die Arbeit sollte qualitativ herausragend sein, ein für die Frauen- und Genderforschung relevantes Thema bearbeitet und damit besondere Erkenntnisgewinne geliefert haben.
Der Preis ist mit 500 Euro dotiert. Er dient der gezielteren Förderung besonders qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der Frauen- und Genderforschung an hessischen Fachhochschulen.

 

Bild 1: Prof. Dr. Stefan Timmermanns (Frankfurt University of Applied Sciences), Preisträgerin Anna Kellermann, Prof. Dr. Davina Höblich (Fachbereich Sozialwesen, Hochschule RheinMain), Prof. Dr. Siglinde Naumann (Dekanin des Fachbereichs Sozialwesen der Hochschule RheinMain)

Bild 2: Prof. Dr. Lotte Rose (Frankfurt University of Applied Sciences), Prof. Dr. Stefan Timmermanns (Frankfurt University of Applied Sciences), Preisträgerin Anna Kellermann, Prof. Dr. Davina Höblich (Fachbereich Sozialwesen, Hochschule RheinMain), Prof. Dr. Siglinde Naumann (Dekanin des Fachbereichs Sozialwesen der Hochschule RheinMain, Prof. Dr. Detlev Reymann (Präsident der Hochschule RheinMain).

Beide Bilder: © Hochschulkommunikation | Hochschule RheinMain 

Bild 3: Preisträgerin Lea Theurer, Prof. Dr. Ulrike Pfeifer (Frankfurt University of Applied Sciences), Prof. Dr. Lotte Rose (Frankfurt University of Applied Sciences)

Bild 4: Preisträgerin Lea Theurer, Prof. Dr. Ulrike Pfeifer (Frankfurt University of Applied Sciences)

Beide Bilder: © gFFZ