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TitelDie Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) Greifswald. Eine biografische Institutionenanalyse
Namen der ForscherInnenProf. Dr. Ingrid Miethe
Institution, an der die Forschung durchgeführt wurde (Fachhochschule, Fachbereich)Evangelische Fachhochschule Darmstadt, Fachbereich Sozialarbeit/-pädagogik
MitarbeiterInnenDr. Martina Schiebel, Enrico Lippmann M.A. (wissenschaftliche Mitarbeiter), Stefanie Schafhirt (Studentische Hilfskraft), Elke lentz (studentische Hilfskraft)
StichworteDDR, Biografieforschung, Institutionenanalyse, Bildungsgeschichte
KurzbeschreibungAusgehend von einem in der Tradition der Wissenssoziologie stehenden theoretischen Grundverständnis soll am Beispiel der Veränderung des Lehrkörpers der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) Greifswald der Prozess der Institutionalisierung und Legitimierung einer Bildungseinrichtung der DDR in den Jahren 1946 bis 1962 nachvollzogen werden.

Der Schwerpunkt soll darauf liegen, aufzuzeigen, wie Institution und Biografie ineinander greifen und sich wechselseitig bedingen und verändern.

Für die Analyse werden demzufolge zwei Ebenen unterschieden:

a. eine institutionelle Ebene, auf der untersucht wird, wie sich die
Bedingungen und Chancenstrukturen in Hinblick auf Stellenbesetzungen
innerhalb der ABF selbst sowie in Beziehung mit anderen Institutionen
veränderten, und

b. eine biografische Ebene, auf der mentale Aspekte rekonstruiert und zwei Typologien hinsichtlich Rekrutierungsmuster und Handlungsstrategien entwickelt werden sollen.

Empirische Basis bilden die Analyse schriftlicher Dokumente in allen relevanten Archiven sowie lebensgeschichtlich-narrative Interviews (Schütze) mit Lehrkräften und Funktionseliten der ABF, die als hermeneutische Fallrekonstruktionen (Rosenthal) ausgewertet werden.

Die Studie füllt ein wichtiges Forschungsdesiderat ostdeutscher Bildungsgeschichte, verspricht für die (erziehungswissenschaftliche)
Biografieforschung wichtige theoretische Erkenntnisse über das Verhältnis von Biografie und Institution und hat aufgrund der großen
ideologischen Bedeutung der ABF für die Legitimation des DDRSystems auch eine politische Bedeutung für die Aufarbeitung der DDRVergangenheit.
Finanzierung, FördermittelDeutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit03/2004-02/2007
Veröffentlichungen im Zusammenhang mit diesem Forschungsprojekt• Miethe, Ingrid (2007): Bildung und soziale Ungleichheit in der DDR. Möglichkeiten und Grenzen einer gegenprivilegierenden
Bildungspolitik. Barbara Budrich, Opladen (in Vorbereitung)
• Miethe, Ingrid (2006): Vorstudienabteilungen und Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten (ABF) als „Brückenköpfe” der SED-Hochschulpolitik?
Das Beispiel der Studentenratswahlen an der Universität Greifswald (1947–1951). In: Zeitgeschichte Regional, 9. Jg., Heft 1, S. 23–29
• Miethe, Ingrid (2006): Keine herrschende Klasse ist je ohne ihre eigene Intelligenz ausgekommen. Der Beitrag der Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten (ABF) zum Elitenwechsel in der DDR. In: Ecarius, Jutta; Wigger, Lothar (Hg.): Elitenbildung –
Bildungselite. Erziehungswissenschaftliche Diskussionen und Befunde über Bildung und soziale Ungleichheit. Barbara Budrich, Opladen, S. 67–93
KontaktProf. Dr. Ingrid Miethe
EFH Darmstadt
Zweifalltorweg 12
D-64239 Darmstadt
miethe@efh-darmstadt.de