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TitelAlkoholabhängige Mütter und nicht-abhängige Mütter und ihre Gefühle und Einstellungen gegenüber ihren Kindern, (Ehe-)Partnern und Vertrauenspersonen
Name der ForscherInnenProf. Dr. Irmgard Vogt
Institution, an der die Forschung durchgeführt wurde (Fachhochschule, Fachbereich)Institut für Suchtforschung (ISFF), Frankfurt University of Applied Sciences, Fb 4 Soziale Arbeit und Gesundheit
Kooperationspartnerverschiedene frauenspezifische Fachkliniken (stationäre Entwöhnungsbehandlung)
MitarbeiterInennDipl. Soz.Arb. Juliana Fritz (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)
StichworteAlkoholabhängigkeit, Mütter, Partnerschaft, Kindererziehung
Kurzbeschreibung In einem Vergleichsgruppendesign, das sich auf einige Länder der alten BRD beschränkt, wurde untersucht und geprüft, welche Gefühle und Einstellungen alkoholabhängige Frauen (Untersuchungsgruppe) gegenüber ihren Kindern, ihren Partnern und Vertrauenspersonen haben.
Die Befunde wurden mit denen von Frauen verglichen, die nicht alkoholabhängig sind, aber derselben Altersgruppe angehören (Vergleichsgruppe). Es werden die Ergebnisse der quantitativen Fragebogenstudie dargestellt, in der die Gefühle und Einstellungen von alkoholabhängigen Müttern und von nicht-abhängigen Müttern gegenüber ihren Ehemännern und Partnern und ihren Kindern erhoben worden sind. Beide Gruppen unterscheiden sich in einer Reihe von demografischen Variablen, ebenso in ihren Gefühlen und Einstelllungen gegenüber dem Ehemann oder Partner. Alkoholabhängige Mütter berichten signifikant häufiger von aktuellen oder früheren Gewalttätigkeiten des Ehemanns oder Partners. Das erklärt in gewissem Umfang die negativ geprägten
Gefühle dieser Frauen gegenüber jenen. Jedoch haben wir zwischen den beiden Gruppen von Müttern wenige bis keine Unterschiede gefunden hinsichtlich der Einstellungen und Gefühle gegenüber ihren Kindern. Beide Gruppen unterscheiden sich nur hinsichtlich der Schuldgefühle gegenüber den Kindern; alkoholabhängige Mütter haben signifikant mehr Schuldgefühle als nicht-abhängige Mütter. Weitere Datenanalysen ergeben, dass man die Gruppe der alkoholabhängigen Mütter nach dem Einstiegsalter in den Alkoholmissbrauch in drei Subgruppen aufteilen kann. Früheinsteigerinnen (15-24 Jahre) haben sehr
lange Suchtkarrieren, die Mittelgruppe (25-34 Jahre) hat etwas kürzere Suchtkarrieren und die Späteinsteigerinnen (35 Jahre und älter) vergleichsweise kurze. Das Einstiegsalter in Alkoholprobleme ist nicht mit Behandlungserfahrung verknüpft mit der Folge, dass Früheinsteigerinnen erst relativ spät in eine Behandlungseinrichtung kommen und Späteinsteigerinnen relativ früh. Früheinsteigerinnen und Späteinsteigerinnen unterscheiden sich signifikant hinsichtlich ihrer Angaben darüber, ob sie
gute Mütter sind und wie sie mit dem Stress bei der Kindererziehung umgehen. Früheinsteigerinnen fühlen sich weniger kompetent als Mütter und setzen Alkohol häufiger ein als Späteinsteigerinnen, um den Stress durch die Kindererziehung abzubauen. Das spricht dafür, dass ein Teufelskreis ausgelöst wird, in den die Mütter ebenso wie ihre Kinder verstrickt sind und den es in der Behandlung aufzulösen gilt.
Finanzierung, FördermittelHessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), Forschungsschwerpunkt Genderforschung und Gleichstellung der Geschlechter
Laufzeit5/2004-10/2005
Veröffentlichungen im Zusammenhang mit diesem ForschungsprojektVogt, I.; Fritz, J. (2006): Alkoholabhängige Mütter und ihre Gefühle gegenüber ihren Kindern. In: Verhaltenstherapie und Psychosoziale
Praxis, 38, S. 17–38
Kontakt Institut für Suchtforschung (ISFF)
Frankfurt University of Applied Sciences
Fb 4 Soziale Arbeit und Gesundheit (Sozialarbeit)
D-60318 Frankfurt am Main
Telefon: 069/1533-3152
Fax: 069/1533-3153
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