Detailansicht zum Projekt

TitelGenderdifferenzierte Nutzung von Spielräumen und Freizeitanlagen
Namen der ForscherInnenProf. Dr.-Ing. Grit Hottenträger, Dipl. Ing. (FH) Stephanie Kölsch (wissenschaftliche Mitarbeiterin), Florian Leidner (Studentische Hilfskraft)
Institution, an der die Forschung durchgeführt wurde (Fachhochschule, Fachbereich)Fachhochschule Wiesbaden, Fachbereich Geisenheim/Landschaftsarchitektur
Kooperationspartnera) Schulamt Frankfurt am Main, Grünflächenamt der Stadt Wiesbaden, Schulleitungen der untersuchten Schulen
b) Regionalpark Ballungsraum RheinMain gGmbH
c) Frauenreferat und Grünflächenamt der Stadt Frankfurt/Main
StichworteGender Mainstreaming, Schulhöfe, Waldspielparks in Frankfurt /Main, Freizeitanlagen im Regionalpark RheinMain
Kurzbeschreibung In den letzten beiden Jahren konnte die bisherige Thematik zur geschlechterdifferenzierten Nutzung von Spielräumen fortgesetzt werden mit der Untersuchung von Schulhöfen und deren Nutzung als öffentliche Spielorte an Nachmittagen (2004–2005). Darüber hinaus konnten zwei Studien durchgeführt werden, die altersmäßig alle Nutzergruppen vom Kleinkind bis zu Seniorinnen und Senioren erfassen. Dazu gehören zum einen Nutzungsuntersuchungen von Freizeitanlagen im Regionalpark Rhein-Main (Pilotstudie 2005–2006) und zum anderen die derzeit noch laufende Untersuchung von Waldspielparks in Frankfurt am Main (2006–2007).
Damit konnten sowohl das untersuchte Altersspektrum erweitert, als auch unterschiedlichere Freiraumtypen erfasst werden.

Zu den einzelnen Projekten:

a) Schulhöfe und ihre Nutzung als öffentliche Spielräume:
Die Untersuchung der Nachmittagsnutzung von insgesamt 9 Schulhöfen belegt die hohe Bedeutung, die Schulhö fe als ö ffentliche Spielorte haben kö nnen. Sowohl die Intensität der Nutzung, wie auch die Qualität der Nutzung für Mädchen und Jungen verdeutlichen, dass Schulhöfe im Vergleich zu Spielplätzen gleichwertige Spielorte darstellen können. Auch konnte eindeutig aufgezeigt werden, dass Schulhöfe gleichermaßen positiv für Jungen und Mädchen nutzbar sein können, wenn sie entsprechend gestaltet sind. Die häufig sehr hohen Anteile an Mädchen belegen, dass Schulhö fe insbesondere auch von Mädchen sehr gut angenommen werden. Eindeutig zeigen die Untersuchungs ergebnisse auch, dass das Spektrum an Spielmöglichkeiten
und -verhalten auf Schulhöfen im Vergleich zu Spielplätzen qualitativ erweitert sein kann, was ganz besonders Mädchen zugute kommt. Positiv zu werten ist weiterhin, dass Konfliktpotentiale auf Schulhöfen geringer sind als auf ö ffentlichen Spielplätzen.

b) Freizeitnutzungen im Regionalpark Rhein-Main
Untersuchungen zur Freizeitnutzung wurden an vier so genannten „Stationen” im Regionalpark Rhein-Main zwischen Hattersheim und Hochheim durchgeführt. Ausgewählt wurden ein Rosengarten, der Aussichtspunkt „Flö rsheimer Warte”, ein Aussichtshügel mit dem so genannten „Haus des Dichters” und ein „Abenteuerspielplatz”. Die Ergebnisse belegen, dass sich die untersuchten Stationen im Regionalpark – außer derzeit dem Aussichtshügel mit dem „Haus des Dichters”– großer Beliebtheit erfreuen und vor allem an Wochenenden intensiv genutzt werden. Je nach Angebot bzw. Ausstattung der Stationen gibt es jedoch deutliche Unterschiede in der jeweiligen Nutzerstruktur: so unterscheiden sich je nach Station die dominierenden Altersgruppen, ebenso gibt es deutliche Differenzen bezüglich der Gender-Verhältnisse. Während der Anteil der männlichen Nutzer im Allgemeinen deutlich über dem der weiblichen Nutzerinnen liegt, dreht sich das Verhältnis bei entsprechenden Angeboten, wie dem Rosengarten in Hattersheim, um. Hier dominieren (ausnahmsweise) die weiblichen Besucherinnen. Weitere Ergebnisse beziehen sich auf die Einzugsgebiete
der Stationen, die Verweildauer, die Motivation und Aktivitäten sowie die Wünsche der Besucher und Besucherinnen.

c) Alters- und genderdifferenzierte Nutzung von Waldspielparks in Frankfurt am Main. Die Waldspielparks in Frankfurt am Main sind Freizeitanlagen, die sich im südlichen und östlichen Stadtwaldgebiet befinden. Hierbei handelt es sich um ungewöhnlich große Spielareale für Kinder mit sehr vielfältigen und zum Teil außergewöhnlichen Angeboten: außer Spielgeräten (zum Teil Großgeräten) finden sich hier große Wasserspielplätze, zum Teil Rollschuhbahnen, zum Teil integrative Spielgeräte und Ballspielfelder.
Außerdem gibt es vielfältige Freizeitangebote für Erwachsene, wie Tischtennis, Ballspielfelder, zum Teil auch Minigolf und Grillplätze.
Durch eine alters- und genderdifferenzierte Nutzungsanalyse soll unter anderem herausgefunden werden, welche Alters- und Gendergruppen die unterschiedlichen Angebote nutzen. Ziel ist auch hier, für die Freiraumplanung sowohl auf städtebaulicher wie auf objektbezogener Planungsebene praxisorientierte Ergebnisse zu erhalten.
Finanzierung, Fördermittela) Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), Forschungsschwerpunkt „Genderforschung und Gleichstellung der Geschlechter”, b) Fachhochschule Wiesbaden c) Frauenreferat u. Grünflächenamt der Stadt Frankfurt/M. u. Hochschule Wiesbaden
Laufzeita) 2004–2005 b) 2005–2006 c) 2006–2007
Veröffentlichungen im Zusammenhang mit diesem ForschungsprojektVoraussichtlich im Forschungsbericht (2007) der Fachhochschule Wiesbaden.

Hottenträger, Grit (2000): Naturnahe Spielplätze und ihre Nutzung durch Mädchen. In: Fachhochschule Wiesbaden (Hg.), Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung 1998-2000. Nr. 39, Wiesbaden, S.46-53

Hottenträger, Grit (2001): Die Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen fördern eine Aufgabe der Freiraumplanung. In: Landeshauptstadt München (Hg.) Spielräume für Mädchen. Lesebuch mit wissenschaftlichen Untersuchungen, Praxisprojekten und Bei-Spielen. Selbstverlag, München

Hottenträger, Grit (2002): Naturnahe Spielplätze und ihre Nutzung durch Mädchen. In: Göttert, Margit; Walser, Karin (Hg.): Gender und
soziale Praxis. Werkstattberichte des gFFZ. Königstein/Taunus, S.428-434

Hottenträger, Grit (2003): Aktuelle Tendenzen in der Spielraumplanung.Bausteine für mädchenfördernde Spielräume. In: Fachhochschule Wiesbaden (Hg.): Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung 2000-2002. Wiesbaden, S.26-33

Hottenträger, Grit (2004/05): Geschlechterdifferenzierte Nutzung von Schulhöfen an Nachmittagen – Bausteine für eine mädchenfördernde Spielraumplanung, Forschungsprojekt gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. (Veröffentlichung in Planung)
Kontakt Prof. Dr.-Ing. Grit Hottenträge
Fachhochschule Wiesbaden
Von-Lade-Str. 1
D-65366 Geisenheim
g.hottentraeger@fbg.fh-wiesbaden.de