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TitelGenderqualifizierungen in der Kinder- und Jugendarbeit
Name der ForscherInnenProf. Dr. Lotte Rose
Institution, an der die Forschung durchgeführt wurde (Fachhochschule, Fachbereich)Frankfurt University of Applied Sciences, Fb 4 Soziale Arbeit und Gesundheit
StichworteKinder- und Jugendarbeit, Genderqualifikationen
KurzbeschreibungAn der Gesamthochschule Kassel wird unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Thole in Kooperation mit dem Hessischen Jugendring und der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend (aej) eine Studie zu den Qualifikationsmöglichkeiten in der Kinder- und Jugendarbeit und der außerschulischen Jugendbildung an bundesdeutschen Hochschulen durchgeführt. Im Rahmen dessen wurden u. a. qualitative leitfadengestützte offene ExpertInneninterviews mit HochschulprofessorInnen und PraxisvertreterInnen zu den Qualifkationsbedarfen in der Kinder- und Jugendarbeit durchgeführt. Im Rahmen eines Teilprojektes wurden diese Interviews zum Stichwort 'Gender' ausgewertet. Welche Aussagen wurden zum Genderthema gemacht? Welche 'Wahrheiten' wurden zum Gegenstand produziert ? mit welchen Folgen? Was blieb ungesagt, verdeckt? Folgende Grundfiguren zeichneten sich dabei ab: - Gespaltene Rede: Die Rede zu Gender ist in hohem Maße normiert, moralisiert und durch die Präsenz imaginierter Wächter geformt. - Hegemonisierungen und Demontierungen: Es gibt in der Genderfachdebatte offensichtlich Ansätze von hegemonialen Monopolisierungen und Dogmatisierungen, denen es jedoch gleichzeitig bislang nicht gelungen ist, sich erfolgreich und widerspruchsfrei durchzusetzen. - Männerförderung statt Frauenförderung: Lange Zeit war das Genderthema identisch mit der Problematisierung weiblicher Benachteiligung und der Forderung nach Frauenförderung. In dem vorliegenden Interviewmaterial deutet sich ein stärkerer Impuls zur Problematisierung männlicher Marginalisierungen an. - Geschlechterdifferenz: Die Versuche, Geschlechterdifferenzen qualitativ zu bestimmen, konzentrieren sich zum einen auf Unterschiede hinsichtlich der Präsenz weiblichen und männlichen Personals in der Jugendarbeit und auf Kompetenzunterschiede bei Fachkräften und Studierenden. - Feminisierung der Jugendarbeit: Konsens besteht zur Diagnose der Feminisierung des Berufsfeldes der Jugendarbeit. Dies ist immanent verknüpft mit subtilen Diskriminierungstexten und Selbstdemontierungen des Berufsfeldes (Feminisierung als Ausdruck sozialen Statusabstieges). - Ratlosigkeit zu Genderqualifikationen: Was genderqualifizierende Praxisentwicklungen betrifft, scheint der Diskurs in sich gebrochen. Auffällig ist, dass kaum Erzählmaterial zu praktischen Genderqualifizierungen auf der personellen Ebene geliefert wurde.
Finanzierung, Fördermittelkeine
Laufzeit01.04.04
Veröffentlichungen im Zusammenhang mit diesem ForschungsprojektBeitrag im Rahmen der Veröffentlichung des Gesamtforschungsprojektes (in Arbeit)
Kontakt Prof. Dr. Lotte Rose
Frankfurt University of Applied Sciences
Fb 4 Soziale Arbeit und Gesundheit
Nibelungenplatz 1
D-60318 Frankfurt am Main
rose@fb4.fra-uas.de