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TitelGeschlechterkulturen und Berufskulturen
Namen der ForscherInnenProf. Dr. Lotte Rose, Prof. Dr. Martina Voigt
Institution, an der die Forschung durchgeführt wurde (Fachhochschule, Fachbereich)Frankfurt University of Applied Sciences, Fb 4 Soziale Arbeit und Gesundheit, Fb 3 Wirtschaft und Recht
StichworteDoing Gender, Geschlecht und Studium, Geschlecht und Beruf
KurzbeschreibungBerufe bilden ihre eigenen Kulturen aus. Je nachdem, welchen Beruf man ausübt, gelten spezifische Werte wie auch Verhaltensregeln für das eigene Auftreten, die Sprache, Kleidung, den Kundenkontakt, den kollegialen Umgang miteinander, auch für Raumgestaltungen und Arbeits- und Organisationsstrukturen. Diese beruflichen Fachkulturen enthalten immer auch Momente von Geschlechterkulturen, denn Männer und Frauen sind in der Arbeitswelt nicht nur Vertreter ihrer Profession, sondern auch Vertreter ihrer Geschlechtergruppe. Wie Männlichkeiten und Weiblichkeiten sich darstellen, sieht in den einzelnen Berufssparten sehr verschieden aus. So gibt es bekanntermaßen eine Reihe von regelrechten Frauen- und Männerberufen, ebenso finden sich in bestimmten Ausgabengebieten, Positionen und Gehaltsstufen oftmals vor allem Mitglieder einer Geschlechtergruppe. Dies sind Beispiele dafür, dass Berufskulturen immer auch Geschlechterkulturen in spezifischer Weise gestalten. Auch die Hochschule ist ein Ort, an dem in den verschiedenen Fachbereichen und Studiengängen Berufskulturen und Geschlechterkulturen zum Tragen kommen.

Im Rahmen eines interdisziplinären Lehrforschungsseminars des Studium Generale der FH Frankfurt am Main, an dem Studierende und ProfessorInnen aller Fächer beteiligt sind, wird diesen Vorgängen nachgegangen. Methodische Leitfigur ist die ethnografische Feldforschung. Ursprünglich als Methode der Völkerkunde entwickelt, wird sie zunehmend auch im Rahmen der Sozialforschung im eigenen Kulturraum eingesetzt. Grundgedanke des Seminars ist, dass auch die Fachbereiche der Hochschule letztlich wie „exotische Volksstämme“ mit eigenen Regeln und Werten, Körpercodes und Geschlechtercodes, Ritualen und Helden sind, die Exklusionen und Inklusionen und spezifische Geschlechterverhältnisse organisieren. Vor diesem Hintergrund begeben sich studentische Projektgruppen zu Feldforschungen in die Fachbereiche, denen sie nicht selbst angehören und führen dort teilnehmende Beobachtungen im Fachbereichsalltag durch. Die dabei entstehende ethnografischen Quellentexte und ihre Auswertungen dienen dem Aufbau einer umfangreichen kulturellen Materialsammlung zum Doing Gender in den verschiedenen Fachkulturen, um auf dieser Basis weiterführende Forschungsfragen und –projekte zu entwickeln.
Finanzierung, Fördermittelinterdisziplinäres Lehrforschungsprojekt im Rahmen des Studium Generale
Laufzeit Wintersemester 2009/10
KontaktProf. Dr. Lotte Rose
Frankfurt University of Applied Sciences
Fb 4 Soziale Arbeit und Gesundheit
Nibelungenplatz 1
D-60318 Frankfurt am Main
rose@fb4.fra-uas.de

Prof. Dr. Martina Voigt
Frankfurt University of Applied Sciences
Fb 3 Wirtschaft und Recht
Nibelungenplatz 1
D-60318 Frankfurt am Main
sokosch@fb3.fh-frankfurt.de