TitelLesbische Frauen im Alter – ihre Lebenssituation und ihre spezifischen Bedürfnisse für ein altengerechtes Leben
Namen der ForscherInnenProf. Dr. Ulrike Schmauch (FH Frankfurt am Main, Fb Soziale Arbeit und Gesundheit), Dr. Margit Göttert (gFFZ), Ulrike Habert (LIBS), Dr. Stephanie Braukmann, Dr. Elke Schüller
Institution, an der die Forschung durchgeführt wurde (Fachhochschule, Fachbereich)Frankfurt University of Applied Sciences, Fb 4 in Kooperation mit dem gFFZ, dem Gemeinsamen Frauenforschungszentrum der Hessischen Fachhochschulen
KooperationspartnerProf. Dr. Manfred Langehennig, Frankfurt University of Applied Sciences, Fb 4,
Prof. Dr. Margret Müller, Frankfurt University of Applied Sciences, Fb 4,
Ulrike Habert, externe Beraterin beim Referat für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen des Hessischen Sozialministeriums,
Marie Luise Jung, Organisationsberaterin in sozialen Organisationen und Gesundheitsbetrieben,
Heiko Gerlach, Diplom-Pflegewirt
MitarbeiterInnenDr. Stephanie Brauckmann
StichworteWeibliche Lebenslagen und Lebensweisen, Nichtfamiliale Lebensformen, Lesben, Modernisierung und Partizipation in der Altenarbeit, Antidiskriminierungsarbeit
KurzbeschreibungEs besteht ein eklatanter Mangel an empirischen Daten über die Situation älterer und alter Lesben. Das Projekt will Aufschluss über ihre Sozialstruktur und Lebensweise, über Erfahrungen mit der Altenhilfe und mit Diskriminierung geben und ermitteln, welche spezifischen Bedürfnisse diese Frauen bezogen auf ein lesbengerechtes Leben im Alter haben. Erste Ergebnisse liegen bereits vor und sind in Vorträgen vorgestellt und diskutiert worden.

Das Projekt ist als quantitative Erhebung angelegt und basiert auf einer schriftlichen Befragung, die von März bis Juli 2006 im Rhein-Main-Gebiet durchgeführt wurde. Der Fragebogen wurde bekannt gemacht und verteilt im Bereich der Altenarbeit, durch Veranstaltungen, Medien und ein dicht gespanntes Netz von MultiplikatorInnen in Frauen- und Lesbennetzwerken und -einrichtungen. Die Studie erhellt Lebenssituation und Bedürfnisse lesbischer Seniorinnen und zeigt Anforderungen an eine professionelle zielgruppenspezifische Altenarbeit auf. Die Untersuchung ist im Kontext der interdisziplinären Erforschung des demografischen Wandels und seiner Bedeutung für die Soziale Arbeit zu sehen. Sie fokussiert auf Frauen, nichtfamiliale Lebensgestaltung, Besonderheit und Wandel von Diskriminierungserfahrungen. Sie betritt Neuland, insofern sie systematisch
und empirisch Alters-, Sexual- und Genderforschung verknüpft und durch ihre Erkenntnisse zur Erhellung der bislang kaum sichtbaren Gruppe älterer Lesben und ihrer Bedürfnisse beiträgt.

Die bisherigen Auswertungen haben ergeben, dass Kontakt zu und Umgang mit anderen lesbischen Frauen im Alter für die befragten
Frauen von zentraler Bedeutung sind. Für die Zukunft wird es wichtig sein, die nichtfamilialen Netzwerke von Lesben gezielt zu fördern und Diskriminierung aktiv abzubauen. Innerhalb der Einrichtungen der professionellen Altenarbeit gibt es bislang kaum Informationen und nur geringe Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse lesbischer Frauen, so dass in diesem Bereich ein deutlicher Qualifizierungsbedarf festgestellt werden kann. Unterstützung von und Beratung über Wohnmodelle für lesbische Frauen sowie die Förderung von Mischmodellen in der Pflege sind weitere Aspekte, die einen wichtigen Beitrag zum selbstbestimmten Altern lesbischer Frauen leisten.
Finanzierung, FördermittelHessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), Forschungsschwerpunkt 'Genderforschung und Gleichstellung der Geschlechter'
Laufzeit10/2005–12/2006
Veröffentlichungen im Zusammenhang mit diesem ForschungsprojektGeplant ist für 2007 eine Broschüre für Träger, Dienste und Anbieter im Bereich der Altenhilfe mit praxisrelevanten Forschungsergebnissen und Empfehlungen für die Umsetzung, sowie Fachartikel in wissenschaftlichen Zeitschriften.

Im Herbst 2007 erscheint außerdem der ausführliche Forschungsbericht in der Broschürenreihe des gFFZ. Mehr Infos unter "Publikationen" auf dieser Website.
Kontakt Prof. Dr. Ulrike Schmauch
Frankfurt University of Applied Sciences
Fb 4 Soziale Arbeit und Gesundheit
Nibelungenplatz 1
D-60318 Frankfurt am Main
schmauch@fb4.fra-uas.de