Detailansicht zum Projekt

TitelMarginalisierte Männlichkeiten: Männliche Identifizierungen bei Jungs mit nicht rein heterosexuellen Orientierungen
Namen der ForscherInnenProf. Dr. Michael May, Dr. Peter Hörz
Institution, an der die Forschung durchgeführt wurde (Fachhochschule, Fachbereich)Fachhochschule Wiesbaden, Fachbereich Sozialwesen
Stichwortemarginalisierte Männlichkeit, Coming 0ut, Queer Studies, Homosexualität, Heterosexualität, geschlechtliche Identität
Kurzbeschreibung Das Forschungsprojekt untersucht in seiner Abweichung von der Norm der Heterosexualität quasi den Prototyp „Marginalisierter Männlichkeit”. Dabei geht es darum, zu verstehen, wie von den Betroffenen solche Prozesse der Marginalisierung ihrer Männlichkeit – bis hin zu deren sozialer Aberkennung – erlebt und verarbeitet werden. Zugleich wird damit unter der Perspektive geschlechtlicher Identitätsbildung die Frage von Gleichheit und Differenz an einem sehr prekären Punkt fokusiert:
Inwiefern identifizieren sich diese Jungen als Männer (Dimension der Gleichheit) und inwiefern sehen sie sich different? Bekannt ist, dass die Phase vor dem sogenannten Coming Out von den Jungen häufig sehr krisenhaft erlebt wird. Nicht selten werden sie aufgrund unangemessener oder gescheiterter Bewältigungsversuche dieser Situation später zu Zielgruppen Sozialer Arbeit – allerdings dann nicht mehr wegen dieser eigentlichen Problematik, sondern wegen deren Folgen beispielsweise in Form von Drogenmissbrauch und/oder Prostitution. Methodisch setzt das Projekt auf ein Verfahren narrativ/biografischer Interviews, die sowohl inhaltsanalytisch wie auch durch ein hermeneutisch-typenbildendes Verfahren ausgewertet werden. Dabei geht es darum, aus den Interviews zentrale Orientierungsmuster zu rekonstruieren im Hinblick sowohl auf Gleichheit und Differenz in ihrer männlichen Identifizierung, als auch des diesbezüglichen Zusammenspiels von Fremd- und Selbstwahrnehmung. Durch Minimal- (Interviewte, die sich sehr ähnlich äußern) und Maximalvergleiche (Interviewte, die sich in ihren Wahrnehmungen und Beurteilungen sehr stark unterscheiden) sowie durch den Vergleich mit den quantitativen Ergebnissen der Inhaltsanalyse werden wir entsprechende Orientierungsmuster in einer „komparativen Kasuistik”zu rekonstruieren versuchen.
Finanzierung, FördermittelFachhochschule Wiesbaden
Laufzeit09/2006–12/2006
Veröffentlichungen im Zusammenhang mit diesem ForschungsprojektFachzeitschriftenbeitrag geplant
Kontakt Prof. Dr. Michael May
Fachhochschule Wiesbaden
Kurt-Schumacher-Ring 18
D-65197 Wiesbaden
may@sozialwesen.fh-wiesbaden.de