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TitelEinrichtung und Etablierung von Mint-Angeboten im Rahmen von Lernwerkstätten in der Frühen Bildung unter besonderer Berücksichtigung von Gender-Aspekten
Name der ForscherInnenProf. Dr. Margitta Kunert-Zier
Institution, an der die Forschung durchgeführt wurde (Fachhochschule, Fachbereich)Frankfurt University of Applied Sciences, Fb 4 Soziale Arbeit und Gesundheit
MitarbeiterInnenDipl.Päd. Marie-Louise Buchczik, Dr. Stephanie Conein
StichworteDoing Gender, Frühe MINT-Förderung, Frühe Bildung, Lernwerkstättenpädagogik, Bildungsforschung, geschlechtergerechte Didaktik, Genderqualifizierung frühpädagogischer Fachkräfte
KurzbeschreibungZiele des Projektes sind die Einrichtung und Etablierung von MINT-Angeboten in Lernwerkstätten für Mädchen und Jungen ab dem 1. Lebensjahr, die Entwicklung einer alters- und geschlechtergerechten Didaktik und entsprechender Materialien und „Forschungskisten“ sowie die Entwicklung eines genderorientierten Qualifizierungskonzeptes für Fachkräfte in der Frühen Lernwerkstättenpädagogik.

In zwei Werkverträgen werden derzeit:
  • Eine internationale Recherche zum Forschungsstand hinsichtlich Gender, MINT und Früher Bildung durchgeführt,
  • Ein Beobachtungssetting für Beobachtungsstudien in Einrichtungen der Frühen Bildung zum Explorationsverhalten von Mädchen und Jungen und den geschlechterbezogenen Interaktionen zwischen Fachkräften und den Kindern einerseits sowie unter den Kindern andererseits entwickelt.


Im WS 2011/12 werden die Ergebnisse der beiden Vorstudien ausgewertet und erste Beobachtungsstudien durchführen. Parallel dazu soll ein Drittmittelantrag vorbereitet werden.

Die Beobachtungsstudien in Einrichtungen der Frühen Bildung sollen erste Erkennt-nisse darüber generieren, ob und wie in den Verhaltensweisen und Interaktionen von Kindern untereinander und mit den pädagogischen Fachkräften bereits im Alter ab dem 1. Jahr Geschlechterstereotype erkennbar sind und wie diese hergestellt werden (Doing Gender). Dabei soll der Fokus auch auf die Frage gerichtet werden, ob und wie pädagogische Fachkräfte, wenn sie geschlechtsbewusst qualifiziert sind, Mädchen wie Jungen mehr Optionen in ihren Explorationsaktivitäten hinsichtlich der MINT-Bereiche eröffnen können (Undoing Gender). Anders gefragt, unter welchen Bedingungen können sich Mädchen und Jungen ohne Einengung auf Geschlechter-stereotype schon früh auf naturwissenschaftliche und technische Themen einlassen und daran Interesse entwickeln? Welche räumlichen, materiellen, personellen oder sonstige Bedingungen sind dafür förderlich?

Da es weder in der Lernwerkstättenpädagogik noch in der Frühen Bildung bislang geschlechtsbezogene Studien gibt, die sich auf Mädchen und Jungen bereits ab dem 1. Lebensjahr beziehen, stellt diese Studie ein absolutes Novum dar. Aufgrund des Rechts auf einen Krippenplatz ab dem Jahr 2013 und des Rechts auf Bildung in Krippen ist die Frage der Qualifizierung frühpädagogischer Fachkräfte hochaktuell. Gleichzeitig besteht ein hohes Interesse, mehr Mädchen als bisher für die MINT-Fächer zu interessieren. Bislang dazu existierende Projekte setzen meist erst im Jugendalter ein, wie z. B. der Girls-Day.

In dieser Studie wird davon ausgegangen, dass das Interesse an den MINT-Fächern bereits im frühen Alter maßgeblich geprägt wird bzw. geweckt werden kann. Es werden mit dieser Studie sowohl hinsichtlich der Qualifizierung des Fachpersonals als auch der Entwicklung einer geschlechtergerechten Didaktik für die frühe MINT-Förderung grundlegende Erkenntnisse erwartet.

Finanzierung, FördermittelInnovationsfond Forschung/ JuniorInnenprogramm: 10.000,-- Euro
LaufzeitAugust 2010 bis August 2011
Veröffentlichungen im Zusammenhang mit diesem Forschungsprojektgeplant
KontaktProf. Dr. Margitta Kunert-Zier
Frankfurt University of Applied Sciences
Fb 4 Soziale Arbeit und Gesundheit
Nibelungenplatz 1
D-60318 Frankfurt
mkunert@fb4.fra-uas.de