Titel Geschlechterunterschiede in der Kreativität
Name der Forscher*inProf. Dr. med Silke Heimes
Institution
Hochschule Darmstadt
Stichworte Kreativität, Gleichberechtigung, Genderunterschiede
Finanzierung gFFZ
Laufzeit Juli 2019 - Oktober 2020
Kontaktsilke.heimes@h-da.de
Kurzbeschreibung Noch immer wird die Fähigkeit des kreativen Denkens als typisch männliche Eigenschaft dargestellt. So hat eine polnische Studie beispielsweise herausgefunden, dass identische Arbeiten als kreativer bewertet werden, wenn man den Teilnehmenden der Studie sagt, sie seien von Männern (Proudfoot et al. 2015). Solche Vorurteile halten sich anscheinend hartnäckig und haben Einfluss auf die Erfolgsaussichten bei Jobeinstellungen von Frauen, insbesondere in Bereichen, die sich als innovativ verstehen, wobei sich dies mittlerweile über die meisten Branchen sagen lässt, da auch ein Autohersteller innovative Köpfe braucht, um auf dem Markt erfolgreich zu sein. Dabei hat sich längst gezeigt, dass man den Aspekt der Kreativität in Hinblick auf Geschlechterunterschiede viel differenzierter betrachten muss: „It is naive and wrong to suggest either that one gender is more creative than another, or that there are absolutely no differences between the sexes. The truth appears to be far more nuanced and complex“ (Abraham 2015). Während Männer eher Vorreiter bei innovativen Durchbrüchen sind, scheinen Frauen überlegen, wenn es darum geht, kreative Ideen innerhalb bestehender Strukturen zu entwickeln (Karwowski et al. 2016). Die Frage nach biologischen und sozialen Faktoren, die zu unterschiedlicher Entwicklung und Ausprägung kreativer Fähigkeiten bei Männern und Frauen beitragen, soll ebenfalls aufgegriffen werden, ebenso wie das Verhältnis zwischen kreativem Potential und Output, das stark von gesellschaftlichen Bedingungen und den Möglichkeiten zur Entfaltung des kreativen Potentials abhängt (Bender et al. 2013). Ziel des Projektes ist die Einarbeitung in den aktuellen Forschungsstand als Grundlage für ein sich anschließendes Pilotprojekt, das die weibliche Kreativität untersucht. Dabei soll der Begriff der Kreativität möglichst weit gefasst und in diesem Rahmen zunächst einmal klar definiert werden. Neben den klassischen und künstlerisch produktiven Bereichen sollen vor allem die Bedingungen und Voraussetzungen für Kreativität im wissenschaftlichen Bereich und in der Wirtschaft unter die Lupe genommen werden. Untersucht wird zudem, welchen Einfluss Vorurteile bezüglich weiblicher Kreativität auf die Jobeinstellung haben und wie sich das auf die Gleichberechtigung auswirkt.