Abbruchquoten: Vergleich des Frauenanteils bei Studienanfänger_innen und Absolvent_innen (2017)

Ob die Abbruchquoten von Frauen (oder Männern) in einem Fach höher oder niedriger sind, lässt sich anhand der uns vorliegenden Zahlen nur indirekt ermitteln. Ein Weg dazu ist der Vergleich der Gesamtzahl der Studienanfänger_innen seit dem WS 2005/2006 mit der Gesamtzahl der Absolvent_innen in diesem Zeitraum. Wenn die Erfolgs- oder Abbruchquoten von Männern und Frauen gleich hoch sind, müsste der Frauenanteil an der Gesamtzahl der Absolvent_innen ähnlich hoch sein wie der Frauenanteil an der Gesamtzahl der Studienanfänger_innen. Wo dies nicht der Fall ist, brechen überproportional viele Frauen (oder Männer) das Studium ab.

Hinweise auf höhere Abbruchquoten bei Frauen im Bachelor:

  • Informatik (-9,7 Pp)
  • Elektrotechnik (-7,3 Pp)
  • Wirtschaftsingenieurwesen (-6,0 Pp)
  • Informatik Interdisziplinär (-4,9 Pp)
  • Mathematik und Physik (-4,7 Pp)

 Hinweise auf höhere Abbruchquoten bei Männern im Bachelor:

  • Bio – Chemie – Umwelt – Medizin (-4,0 Pp)
  • Soziale Arbeit, Sozialwissenschaften und Recht (-3,6 Pp)
  • Architektur (-2,9 Pp)
  • Oecothrophologie – Weinbau – Getränketechnologie (-2,0 Pp)

Die Unterschiede sind jedoch nicht so ausgeprägt wie in den Studiengängen mit den höheren Abbruchquoten von Frauen.

 

Die Studienbereiche im Einzelnen:

(berücksichtigt werden nur Studiengänge, die bereits höhere Absolvent_innenzahlen aufweisen):

Hinweise auf höhere Abbruchquoten bei Frauen:

Informatik
Bachelorstudiengänge
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-9,7 Pp), trifft auf alle Studiengänge zu, am deutlichsten an der HDA, der HRM und der FRA UAS (-11,9, -11,5 und -10,1 Pp).
Masterstudiengänge
Im Vergleich zum Bachelor ausgeglicheneres Bild insgesamt (-2,9 Pp), aber bis auf Electronic Business an der H Fulda (+1,9 Pp) alle anderen Studiengänge im Minus beim Frauenanteil an den Absolventen.

Elektrotechnik
Bachelorstudiengänge
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-7,3 Pp), trifft auf fast alle Studiengänge zu.
Masterstudiengänge
Relativ ausgeglichenes Bild insgesamt (-1,2 Pp). Weniger Absolventinnen in Electrical Engineering an der HDA (-4,1 Pp).

Wirtschaftsingenieurwesen
Bachelorstudiengänge
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-6,0 Pp), trifft auf die meisten Studiengänge zu (außer Wirtschaftsingenieurwesen an der HRM und der THM).
Masterstudiengänge
Relativ ausgeglichenes Bild insgesamt (+1,9 Pp). Im Wirtschaftsingenieurwesen an der FRA UAS höhere Absolventinnenquote (+7 Pp).

Informatik interdisziplinär
Bachelorstudiengänge
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-4,9 Pp), trifft auf fast alle Studiengänge zu (außer FRA UAS Business Information Systems).
Masterstudiengänge
Deutlich niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-14,8 Pp) bei insgesamt allerdings noch niedrigen absoluten Zahlen.

Mathematik und Physik
Bachelorstudiengänge:
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-4,7 Pp), was weniger auf die Mathematik als vielmehr auf die Physikstudiengänge zurückgeht.
Masterstudiengänge:
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-3,7 Pp), bei allerdings noch niedrigen absoluten Zahlen.

Hinweise auf höhere Abbruchquoten bei Männern:

Bio – Chemie – Umwelt – Medizin
Bachelorstudiengänge:
Höherer Frauenanteil bei den Absolventinnen insgesamt (+4,0 Pp). Dies geht vor allem auf das Konto der Lebensmitteltechnologie in Fulda (+10,7 Pp) und der Krankenhaushygiene an der THM (+13,6 Pp). Die Umwelttechnik an der HRM hat einen niedrigeren Frauenanteil bei den Absolventen (-5 Pp).
Masterstudiengänge:
Relativ ausgeglichenes Bild insgesamt (+2,5 Pp), im Einzelnen noch zu geringe absolute Zahlen.

Soziale Arbeit, Sozialwissenschaften und Recht
Bachelorstudiengänge:
Höherer Frauenanteil bei den Absolventinnen insgesamt (+3,6 Pp), außer beim Informationsrecht an der H Darmstadt (-7,5 Pp).
Masterstudiengänge:
Relativ ausgeglichenes Bild insgesamt (-1,0 Pp). An der FRA UAS in Psychosoziale Beratung und Recht liegt der Frauenanteil bei den Absolvent_innen deutlich niederiger (-10,5 Pp).

Architektur und Innenarchitektur
Bachelorstudiengänge:
Höherer Frauenanteil bei den Absolventinnen insgesamt (+2,9 Pp), vor allem aber an der TH Mittelhessen (+8,3 Pp) und an der H Darmstadt (+6,2 Pp).
Masterstudiengänge:
In der Summe relativ ausgeglichen (-1,0 Pp). An der FRA UAS Architektur schließen aber bislang deutlich weniger Frauen ab (-9,6 Pp).

Oecothrophologie – Weinbau – Getränketechnologie
Bachelorstudiengänge:
Höherer Frauenanteil bei den Absolventinnen insgesamt (+2,0 Pp), besonders in der Oecothrophologie in Fulda (+4,8 Pp).
Masterstudiengänge:
Höhere Frauenanteile insgesamt (+4,3 Pp).

 

Einzelne Studiengänge mit höheren Abbruchquoten von Frauen oder Männern

Bauingenieurwesen, Gartenbau, Landschaftsarchitektur
Bachelorstudiengänge:
Relativ ausgeglichener Männer-/Frauenanteil insgesamt (+1,0 Pp Frauenanteil).
Aus dem Rahmen fallen aber Bauingenieurwesen an der HRM und der HDA (-5,4 Pp bzw. -6,1 Pp) mit niedrigerem Frauenanteil an den Absolvent_innen.
Masterstudiengänge:
Relativ Ausgeglichener Frauenanteil insgesamt (+1,1 Pp).

Journalismus – Design – Kommunikation – Medien
Bachelorstudiengänge:
Relativ ausgeglichener Männer-/Frauenanteil insgesamt (-1,9 Pp Frauenanteil). Beim Wissenschaftsjournalismus und bei Media Conception & Production an der HDA schließen prozentual mehr Frauen ab (+7,4 Pp bzw. 6,5 Pp), bei Media Management weniger (-4,7 Pp).
Masterstudiengänge:
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-4,6 Pp). Dies trifft auf fast alle Studiengänge zu.

Medieninformatik
Bachelorstudiengänge:
Relativ ausgeglichener Männer-/Frauenanteil insgesamt (-1,2 Pp Frauenanteil), wobei die Informationswissenschaft an der H Darmstadt die negative Bilanz der anderen drei Studiengänge wettmacht.
Masterstudiengänge:
Relativ ausgeglichener Männer-/Frauenanteil insgesamt (+2,2 Pp) in insgesamt erst zwei Studiengängen.

Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht
Bachelorstudiengänge:
Relativ ausgeglichener Männer-/Frauenanteil insgesamt (+0,9 Pp Frauenanteil).
Vor allem in Frankfurt schließen aber prozentual mehr Frauen ab (+8,5 Pp).
Masterstudiengänge:
Relativ ausgeglichenes Bild insgesamt (+1,9 Pp). Höherer Frauenanteil bei den Absolventen an der HRM in Controlling and Finance (+ 4,1 Pp).

Pflege und Gesundheit
Bachelorstudiengänge:
Relativ ausgeglichener Männer-/Frauenanteil insgesamt (+1,1 Pp Frauenanteil). Nur bei der Gesundheitsförderung in Fulda schließen deutlich mehr Frauen ab (+ 8,7 Pp).
Masterstudiengänge:
Höherer Frauenanteil insgesamt (+3,5 Pp), in allen drei Studiengängen.

Maschinenbau
Bachelorstudiengänge:
Relativ ausgeglichener Männer-/Frauenanteil insgesamt (-1,4 Pp Frauenanteil). Nur in der Kunststofftechnik in Darmstadt fällt der Frauenanteil deutlich niedriger aus (-11,6 Pp), dafür in Frankfurt bei der Material- und Produktentwicklung höher (+7,4 Pp).
Masterstudiengänge:
Ausgeglichenes Bild insgesamt (+1,4 Pp).

 

Studienbereichen mit ausgeglichenem Frauenanteil bei Studienanfänger_innen und Absolvent_innen

Betriebswirtschaft spezialisiert
Bachelorstudiengänge:
Relativ ausgeglichener Männer-/Frauenanteil insgesamt (-0,6 Pp Frauenanteil).
Da bei einigen Studiengängen die Absolvent_innenzahlen noch nicht sehr groß sind, müssen abweichende Zahlen noch mit Vorsicht interpretiert werden (höhere Absolventinnenquote derzeit bei Logistikmanagement in Fulda (+ 8,6 Pp) und Tourismusmanagement an der FRA UAS (+20,2 Pp)).
Masterstudiengänge:
Niedrigerer Frauenanteil insgesamt (-2,6 Pp).
In der Unternehmensführung an der THM brechen mehr Frauen ab (-5,3 Pp), ansonsten sind die absoluten Zahlen bei den einzelnen Studiengängen teilweise noch zu niedrig, um eine Tendenz ablesen zu können.

Betriebswirtschaft international
Bachelorstudiengänge:

Relativ ausgeglichener Männer-/Frauenanteil insgesamt (+1,3 Pp Frauenanteil).
Masterstudiengänge:

Niedrigerer Frauenanteil insgesamt (-2,5 Pp), was vor allem auf International Management an der H Fulda zurückgeht (-4,7 Pp).

Mechatronik
Bachelorstudiengänge:
Relativ ausgeglichener Männer-/Frauenanteil insgesamt (+0,8 Pp Frauenanteil).