Abbruchquoten: Vergleich des Frauenanteils bei Studienanfänger_innen und Absolvent_innen (2015)

Ob die Abbruchquoten von Frauen (oder Männern) in einem Fach höher oder niedriger sind, lässt sich anhand der uns vorliegenden Zahlen nur indirekt ermitteln. Ein Weg dazu ist der Vergleich der Gesamtzahl der Studienanfänger_innen seit dem WS 2005/2006 mit der Gesamtzahl der Absolvent_innen in diesem Zeitraum. Wenn die Erfolgs- oder Abbruchquoten von Männern und Frauen gleich hoch sind, müsste der Frauenanteil an der Gesamtzahl der Absolvent_innen ähnlich hoch sein wie der Frauenanteil an der Gesamtzahl der Studienanfänger_innen. Wo dies nicht der Fall ist, brechen überproportional viele Frauen (oder Männer) das Studium ab.

Hinweise auf höhere Abbruchquoten bei Frauen im Bachelor:

  • Informatik (-10,3 Pp)
  • Informatik Interdisziplinär (-9,9 Pp)
  • Wirtschaftsingenieurwesen (-8,2 Pp)
  • Elektrotechnik (-6,3 Pp).

 Hinweise auf höhere Abbruchquoten bei Männern im Bachelor:

  • Bio – Chemie – Umwelt – Medizin (-6,7)
  • Soziale Arbeit, Sozialwissenschaften und Recht (-5,2)
  • Oecothrophologie – Weinbau – Getränketechnologie (- 3,5)
  • Architektur (-2,4)

Die Unterschiede sind jedoch nicht so ausgeprägt wie in den Studiengängen mit den höheren Abbruchquoten von Frauen.

 

Die Studienbereiche im Einzelnen:

Hinweise auf höhere Abbruchquoten bei Frauen:

Informatik
Bachelorstudiengänge
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-10,3 Pp), trifft auf alle Studiengänge zu, am deutlichsten in Frankfurt, Darmstadt und RheinMain.
Masterstudiengänge
Ausgeglicheneres Bild insgesamt (-2,0 Pp).

Informatik interdisziplinär
Bachelorstudiengänge
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-9,9 Pp), trifft auf fast alle Studiengänge zu (außer FRA UAS Business Information Systems).
Masterstudiengänge
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-13,1 Pp).

Wirtschaftsingenieurwesen
Bachelorstudiengänge
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-8,2 Pp), trifft auf die meisten Studiengänge zu (außer H Rhein Main und TH Mittelhessen bei Facility Management).
Masterstudiengänge
Ausgeglichenes Bild insgesamt (+1,2 Pp).

Elektrotechnik
Bachelorstudiengänge
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-6,3 Pp), trifft auf fast alle Studiengänge zu.
Masterstudiengänge
Ausgeglichenes Bild insgesamt (+1,2 Pp).

 

Hinweise auf höhere Abbruchquoten bei Männern:

Bio – Chemie – Umwelt – Medizin
Bachelorstudiengänge:
Insgesamt leicht erhöhter Frauenanteil bei den Absolventinnen insgesamt (+6,7 Pp). Dies geht vor allem auf das Konto der Lebensmitteltechnologie in Fulda (+13,3 Pp).
Masterstudiengänge:
Ausgeglichenes Bild insgesamt (+1,5 Pp).

Soziale Arbeit, Sozialwissenschaften und Recht
Bachelorstudiengänge:
Etwas höhere Frauenanteile insgesamt (+5,2 Pp).
Masterstudiengänge:
Ausgeglichenes Bild insgesamt (+1,3 Pp).

Oecothrophologie – Weinbau – Getränketechnologie
Bachelorstudiengänge:
Etwas höhere Frauenanteile insgesamt (+3,5 Pp).
Masterstudiengänge:
Deutlich höhere Frauenanteile insgesamt (+15,7 Pp).

 

Einzelne Studiengänge mit höheren Abbruchquoten von Frauen oder Männern

Bauingenieurwesen, Gartenbau, Landschaftsarchitektur
Bachelorstudiengänge:
Ausgeglichener Frauenanteil insgesamt (+1,4 Pp)
Aus dem Rahmen fallen besonders Bauingenieurwesen an der HRM und der HDA (-6,3 bzw. -7,2 Pp) beim Frauenanteil an den Absolvent_innen.
Masterstudiengänge:
Ausgeglichenerer Frauenanteil insgesamt (-1,3 Pp).
Aus dem Rahmen fallen die THM (Bauingenieurwesen -10,4 Pp) und die FRA UAS ( Infrastrukturmanagement -17,3 Pp) beim Frauenanteil an den Absolvent_innen, bei allerdings noch relativ niedrigen absoluten Zahlen.

Betriebswirtschaft spezialisiert
Bachelorstudiengänge:
Ausgeglichene Frauenanteile bei Studienanfänger_innen und Absolvent_innen (-0,3 Pp)
Masterstudiengänge:
Ausgeglichenes Bild insgesamt (0,9).
Aus dem Rahmen fällt der Masterstudiengänge Unternehmensführung bei der THM (-7,8) mit niedrigerem Frauenanteil bei den Absolvent_innen.

Architektur und Innenarchitektur
Bachelorstudiengänge:
Relativ ausgeglichene Frauenanteile bei Studienanfänger_innen und Absolvent_innen (+2,4). Nur bei der THM schließen prozentual mehr Frauen ab (+10,7 Pp).
Masterstudiengänge:
In der Summe relativ ausgeglichen (-1,9 Pp). Nur die HDA (-16,1 Pp) und die THM (+8,9 Pp) fallen in der Architektur deutlicher aus dem Rahmen.

Journalismus – Design – Kommunikation – Medien
Bachelorstudiengänge:
Relativ ausgeglichene Frauenanteile insgesamt (-1,6). Nur beim Wissenschaftsjournaliusmus in Darmstadt schließen prozentual mehr Frauen ab (+8,6).
Masterstudiengänge:
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-5,8).

Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht
Bachelorstudiengänge:
Ausgeglichene Frauenanteile insgesamt (+0,6).
Nur in Frankfurt schließen prozentual mehr Frauen ab (+9,8).
Masterstudiengänge:
Relativ ausgeglichenes Bild insgesamt (+2,2 Pp).

Pflege und Gesundheit
Bachelorstudiengänge:
Ausgeglichene Frauenanteile insgesamt (-0,4). Nur bei der Gesundheitsförderung in Fulda schließen proportional mehr Frauen ab (+ 8 Pp).
Masterstudiengänge:
Ausgeglichenes Bild insgesamt (+1,1 Pp).

Maschinenbau
Bachelorstudiengänge:
Ausgeglichene Frauenanteile insgesamt (-0,5 Pp).
Nur in der Kunststofftechnik in Darmstadt fällt der Frauenanteil bei den Absolvent_innen niedriger aus (-10,1 Pp), dafür in Frankfurt bei der Material- und Produktentwicklung höher (+7,3 Pp).
Masterstudiengänge:
Ausgeglichenes Bild insgesamt (+0,6).

 

Studienbereichen mit ausgeglichenem Frauenanteil bei Studienanfänger_innen und Absolvent_innen

Betriebswirtschaft international
Bachelorstudiengänge:
Ausgeglichene Frauenanteile insgesamt (-0,2 Pp).
Masterstudiengänge:
Relativ ausgeglichenes Frauenanteile insgesamt (-2,0 Pp).

Mechatronik
Bachelorstudiengänge:
Ausgeglichene Frauenanteile insgesamt (+0,3).

Medieninformatik
Bachelorstudiengänge:
Ausgeglichene Frauenanteile insgesamt (+1,0).
Masterstudiengänge:
Ausgeglichene Frauenanteile insgesamt (-0,3).

Mathematik und Physik
Bachelorstudiengänge:
Ausgeglichene Frauenanteile insgesamt (-0,8).
Masterstudiengänge:
Niedrigerer Frauenanteil bei den Absolvent_innen insgesamt (-7,5), bei allerdings noch niedrigen absoluten Zahlen.