Bachelor-Studiengänge, geordnet nach der Höhe des Frauenanteils (2017)

Bachelor-Studiengänge, in denen Frauen dominieren

  • Pflege und Gesundheit

    Studiengänge mit dem Schwerpunkt Gesundheit sind stark frauendominiert (76,5-85,7%); in der Pflege schwankt der Frauenanteil zwischen 77,3% (Fulda, Pflegemanagement) und 93,8% (Fulda, Psychiatrische Pflege). Der Studiengang Hebammenkunde in Fulda hat nach wie vor einen Frauenanteil von 100%, den niedrigsten Frauenanteil hat der neue Studiengang Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik der H Fulda (64,1%). Der Mittelwert liegt bei 78,8%, er ist seit 2014 gesunken (damals 81,8%).

    Die absolute Zahl der Studierenden und Studienanfänger_innen in diesem Bereich ist seit 2014 kontinuierlich gestiegen (von 1.087 auf 1.291). Die Zahl der Männer hat sich von 189 auf 274 erhöht, daher steigt ihr Anteil von 17,4 auf 21,2%.

  • Soziale Arbeit, Sozialwissenschaften und Recht

    Der Frauenanteil in den Studiengängen der Sozialen Arbeit ist traditionell hoch (71,6-93,1%), der Mittelwert liegt bei 73,7%. Am stärksten frauendominiert sind die Studiengänge zur Kinder- und Jugendbildung und zur Gesundheit (86,6 und 93,1%). Eine Ausnahme ist der Studiengang Informationsrecht, der am ausgeglichensten besetzt ist (54,7% Frauenanteil).

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2014 weiter deutlich gestiegen (von 4.504 auf jetzt 6.965), der Zuwachs verteilt sich auf Männer und Frauen in etwa gleich, der Frauenanteil insgesamt hat sich kaum verändert (von 72,8% auf 73,7%).

  • Architektur und Innenarchitektur

    Der hohe Frauenanteil in der Innenarchitektur ist relativ konstant (86,8-87,7%) und übertrifft noch die Pflege, in der Architektur liegt der Frauenanteil bei mindestens 52,6%. Den höchsten Frauenanteil in der Architektur hat nach wie vor die HDA mit 60,1%. Der neue Studiengang Baukulturerbe an der Hochschule Rhein Main steigt mit fast 70% Frauenanteil ein.

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2014 deutlich gestiegen (von 2.273 auf 2.718), der Frauenanteil insgesamt ist relativ konstant (von 61,2% auf 61,9%).

 

Bachelor-Studiengänge mit ausgeglichenem Frauen- und Männeranteil

  • Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht

    Die einzigen Studiengänge, in denen das Geschlechterverhältnis bei den Studierenden fast ausgeglichen ist. Nur in den Studiengängen Betriebswirtschaft dual an der TH Mittelhessen (42,1%) sind die Frauen, im Studiengang Wirtschaftsrecht (58%) an der der FRA UAS dagegen die Männer leicht unterrepräsentiert.

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2014 weiter gestiegen (von 5.162 auf 5.640) der Frauenanteil insgesamt liegt bei 50,8%.

 

Bachelor-Studiengänge mit wechselndem Frauen- und Männeranteil

  • Betriebswirtschaft spezialisiert

    Die Studiengänge, die sich auf die öffentliche Verwaltung konzentrieren (Public and Non Profit Management und Public Administration), weisen einen hohen Frauenanteil auf (72,7% und 76,2%), ebenso wie Tourismusmanagement (75%), Gesundheitsökonomie (79,1%) sowie der neue Studiengang Eventmanagement (62,6%).

    Unterrepräsentiert sind die Frauen dagegen im Bereich Logistikmangement (32,7-41,8%). Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich hat sich seit 2014 verdoppelt von 760 auf 1532, der Frauenanteil insgesamt hat sich ebenfalls weiter erhöht (von 48,4% auf 57,8%).
  • Betriebswirtschaft international

    In diesem Bereich ist der Frauenanteil in 3 von 8 Studiengängen überdurchschnittlich hoch (zwischen 64,1 und 66,7%), ansonsten ist das Geschlechterverhältnis relativ ausgeglichen. Eine Ausnahme bildet der Studiengang International Finance der FRA UAS mit nur 40,3% Frauenanteil.

    Auch in diesem Bereich sind die Studierendenzahlen seit 2014 weiter gestiegen (von 1.954 auf 2.340), der Frauenanteil insgesamt ist in etwa gleich geblieben (54,7%).

  • Oecotrophologie, Weinbau und Getränketechnologie

    Die Oecotrophologie (früher Hauswirtschaftslehre) hat traditionell einen sehr hohen Frauenanteil (75-87,7%). Im Weinbau hat sich der Frauenanteil wieder stabilisiert und liegt jetzt bei 33,9%.

    Die Studierendenzahlen in diesem Bereich sind seit 2014 weiter gestiegen (von 1.242 auf 1.575), der Frauenanteil ist etwas höher (50,2 zu 53,5%).

  • Journalismus, Design, Kommunikation, Medien

    In Studiengängen des Journalismus und des Kommunikationsdesigns sind Frauen überdurchschnittlich stark vertreten (56,6-71,6%). Unterdurchschnittlich ist der Frauenanteil in den Studiengängen Industriedesign und Motion Pictures der HDA (37,3 bzw. 36%). Nach wie vor deutlich unterrepräsentiert sind die Frauen im Studiengang Sound and Music Production der HDA (15,4%).

    Die Studierendenzahlen sind seit 2014 in diesem Bereich weiter deutlich gestiegen (von 2.023 auf 2.763), vor allem weil die HDA mehrere neue Studiengänge aufgelegt hat (12 Studiengänge, davon 4 auslaufend). Der Frauenanteil insgesamt hat sich weiter erhöht (von 51,8 auf 56,6%).

  • Bio-, Chemie-, Medizin- und Umwelttechnologie

    Die ersten Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, die in dieser Liste auftauchen, bieten ein differenziertes Bild: Überdurchschnittliche Frauenanteile (38,6-70,8%) in der Biotechnologie, der Lebensmitteltechnologie und der Krankenhaus- und Medizintechnik, im Vergleich zu anderen Bereichen in der Ingenieurwissenschaft noch relativ hohe Frauenanteile in der Umwelttechnik und der Chemischen Technologie (32,2-34,7%). Dies bestätigt die Beobachtung, dass sich mehr Frauen für Ingenieurwissenschaften interessieren, wenn sie interdisziplinär ausgerichtet sind (Richtung Biologie, Chemie und Medizin) und/ oder gesellschaftspolitische Fragen aufnehmen.

    Auch hier sind die Studierendenzahlen seit 2014 weiter deutlich gestiegen (von 3.013 auf 3.953), der Frauenanteil liegt jetzt exakt bei 50,0%.

  • Mathematik und Physikalische Technik

    An der Mathematik kann es nicht liegen, dass Frauen sich seltener für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge interessieren: In den Mathematikstudiengängen ist das Geschlechterverhältnis relativ ausgeglichen (45,7-58,6%). Im Vergleich zu einigen weiter unten folgenden ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen haben auch die Studiengänge mit Physikschwerpunkt einen höheren Frauenanteil, allerdings mit sinkender Tendenz (12,5-31,5%).

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2014 in Verhältnis zu anderen Bereichen nur leicht gestiegen (von 1.400 auf 1.638), der Frauenanteil insgesamt ist konstant geblieben (von 40,4 auf 40,7%).

  • Bauingenieurwesen, Garten- und Landschaftsbau

    Im Gartenbau und in der Landschaftsarchitektur liegt der Frauenanteil bei 34,8-46,5%. Interdisziplinäre Studiengänge wie Mobilitätsmanagement und Geoinformation und Kommunaltechnik stehen ebenfalls noch über dem Durchschnitt (37,5 bzw. 35,7%).

    Beim Bauingenieurwesen sind die Frauen deutlicher unterrepräsentiert, zudem lassen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen ausmachen: an der TH Mittelhessen liegt der Frauenanteil bei fast 28,1%, an der FRA UAS dagegen bei nur 16,9-19,6%. Auch der neue Studiengang Bahningenieur der THM findet bei Frauen wenig Anklang (9,1%).

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2014 weiter deutlich gestiegen (von 3.838 auf 4.807), der Frauenanteil insgesamt ist etwas höher (26,4 zu 28%).

  • Interdisziplinäre Informatik

    Wegen der unterschiedlichen Ausrichtung der einzelnen Studiengänge ergibt sich hier ein sehr heterogenes Bild. 51,1% Frauenanteil erreicht die Medizinische Informatik der TH Mittelhessen und 48,8% die (noch kleine) Gesundheitstechnik an der H Fulda. Die Wirtschaftsinformatik weist eher unterdurchschnittliche Zahlen beim Frauenanteil auf (17,2-24,7%), die wenigsten Frauen erreicht die TH Mittelhessen mit ihrer Technischen Informatik (8,2 und 9,6% Frauenanteil).

    Die Gesamtzahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2014 leicht gestiegen (von 2.327 auf 2.554), der Frauenanteil insgesamt ist gesunken (von 23,7 auf 21,1%).

  • Medieninformatik

    Im Bereich Medieninformatik gibt es nach wie vor deutliche Unterschiede beim Frauenanteil: Der neue Studiengang Social Media Systems der TH Mittelhessen kommt auf Anhieb auf 46,8% Frauenanteil, die Medieninformatik der gleichen Hochschule dagegen weist nur 21,5% Frauenanteil auf.

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich hat sich deutlich erhöht (von 1.175 auf 1.846), der Frauenanteil ist seit 2014 weiter leicht gestiegen (von 30,4 auf 34,6%).

 

Bachelor-Studiengänge, in denen Frauen deutlich in der Minderheit sind

  • Wirtschaftsingenieurwesen

    Generell liegt der Frauenanteil im Wirtschaftsingenieurwesen höher als in den reinen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Studiengängen sind aber erheblich und hängen sehr stark vom jeweiligen Schwerpunkt ab. So ist es wenig überraschend, dass der neue Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen Innovationsmanagement Lebensmittel der H Fulda das Ranking mit 59,6% Frauenanteil anführt, während das Wirtschaftsingenieurwesen Industrie der THM ganz unten steht (14,6%). Die Verbindung mit Immobilienmanagement zieht ansonsten die meisten Frauen an (40,4-52,6%).

    Die Zahl der Studierenden in dem Bereich hat sich seit 2014 fast verdoppelt (von 2.435 auf 4.265), der Frauenanteil insgesamt hat sich deutlich erhöht (von 21,6 auf 29,1%).

  • Allgemeine und Angewandte Informatik

    Die Unterschiede zwischen den Hochschulen sind hier erheblich: Der Frauenanteil in Frankfurt (22,6%) z. B. ist doppelt so hoch wie an der H Fulda (11%).

    Insgesamt hat sich die Zahl der Studierenden seit 2014 weiter erhöht (von 4.007 auf 4.440), der Frauenanteil geht wieder leicht zurück (von 17,4 auf 16,7%).

  • Elektro- und Informationstechnik

    Die Elektrotechnik gehört zu den drei Bereichen mit dem niedrigsten Frauenanteil. Einzig in der Medientechnik an der H RheinMain (30,9%) und in der Informations- und Kommunikationstechnik an der TH Mittelhessen (20,5%) liegt der Frauenanteil über 20%. Schlusslicht ist die Elektronik an der TH Mittelhessen mit nur 1,7%.

    Trotzdem steigt der Frauenanteil in den meisten Studiengängen leicht, aber kontinuierlich. Die Zahl der Studierenden ist dagegen seit 2014 weitgehend gleich geblieben (von 3.585 auf 3.589), während sich der Frauenanteil auf mittlerweile 12% hochgearbeitet hat.

  • Maschinenbau

    Wo das Fach Maschinenbau interdisziplinär ausgerichtet ist, ist der Frauenanteil höher, so wie bei der Material- und Produktentwicklung bzw. Produktentwicklung und Technischem Design an der FRA UAS (20,8 bzw. 34,4%) oder der Kunststofftechnik an der H Darmstadt (18,4%). Im reinen Maschinenbau schwankt der Frauenanteil dagegen zwischen 0% und 5,8%.

    Die Studierendenzahlen sind seit 2013 weiter gestiegen (von 3.911 auf 4.719), der Frauenanteil bleibt bei 7,7%, damit belegt der Maschinenbau den vorletzten Platz.

  • Mechatronik

    Die Mechatronik bildet das Schlusslicht beim Frauenanteil in den MINT-Fächern: 0-10% Frauenanteil sprechen für sich. Die meisten Frauen sind in den kooperativen bzw. dualen Studiengängen KIS-Systems Engineering der H Rhein Main und Ingenieurwesen der TH Mittelhessen vertreten (10,4 und 6,4%). In den reinen Mechatronik-Studiengängen sind es dagegen maximal 5,6% Frauen (Gesamtanzahl 29!).

    Dies ist der einzige Bereich in dem die Zahl der Studierenden gesunken ist (von 1.221 auf 1.196). Der Frauenanteil hat sich kaum verändert (von 6,0 wieder auf 5,5%). Insgesamt studierten nur 66 Frauen in diesem Bereich.