Bachelor-Studiengänge, geordnet nach der Höhe des Frauenanteils

Bachelor-Studiengänge, in denen Frauen dominieren

  • Pflege und Gesundheit

    Studiengänge mit dem Schwerpunkt Gesundheit sind stark frauendominiert (knapp 81-88%); in der Pflege schwankt der Frauenanteil zwischen 72% (Fulda, Pflegemanagement) und 81,7% (Frankfurt). Der neue Studiengang Hebammenkunde in Fulda hat nach wie vor einen Frauenanteil von 98,8%, den niedrigsten Frauenanteil hat der Studiengang Physiotherapie der H Fulda (64,1%). Der Mittelwert liegt bei 81,8%.

    Die absolute Zahl der Studierenden und Studienanfänger_innen in diesem Bereich ist seit 2013 erneut gestiegen (von 1.087 auf 1.146). Die Zahl der Männer hat sich von 189 auf 210 erhöht, daher steigt ihr Anteil leicht von 17,4 auf 18,3%.

  • Soziale Arbeit, Sozialwissenschaften und Recht

    Der Frauenanteil in den Studiengängen der Sozialen Arbeit ist traditionell hoch (69,5-93,6%), der Mittelwert liegt bei 72,5%. Am stärksten frauendominiert sind die Studiengänge zu zur Kinder- und Jugendbildung (84,9 und 93,6%). Auch der Studiengang Sozialrecht in Fulda liegt über dem Durchschnitt (79,3%); mittlerweile ausgeglichen ist dagegen der Studiengang Informationsrecht in Darmstadt (49,3%)..

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2013 weiter deutlich gestiegen (von 4.504 auf jetzt 5.501), der Zuwachs verteilt sich auf Männer und Frauen in etwa gleich, der Frauenanteil insgesamt hat sich kaum verändert (von 72,8% auf 72,5%).

  • Architektur und Innenarchitektur

    Der hohe Frauenanteil in der Innenarchitektur ist nur leicht gesunken (86-88%) und übertrifft noch die Pflege, in der Architektur liegt der Frauenanteil bei mindestens 52,3%. Den höchsten Frauenanteil in der Architektur hat wieder die HDA mit 63,2%.

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2014 wieder gesunken (von 2.273 auf 2.145), der Frauenanteil insgesamt ist ebenfalls wieder gesunken (von 61,2% auf 57,9%).

 

Bachelor-Studiengänge mit ausgeglichenem Frauen- und Männeranteil

  • Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht

    Die einzigen Studiengänge, in denen das Geschlechterverhältnis bei den Studierenden fast ausgeglichen ist. Nur im Studiengang Betriebswirtschaft dual an der TH Mittelhessen (39,2%) sind die Frauen noch immer leicht unterrepräsentiert.

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2014 weiter gestiegen (von 5.162 auf 5.367) der Frauenanteil insgesamt liegt bei 50,4%.

 

Bachelor-Studiengänge mit wechselndem Frauen- und Männeranteil

  • Betriebswirtschaft spezialisiert

    Die Studiengänge, die sich auf die öffentliche Verwaltung konzentrieren (Public and Non Profit Management und Public Administration), weisen einen hohen Frauenanteil auf (80,6% und 75 bzw. 76,7%), ebenso wie Tourismusmanagement (85,7%) und Gesundheitsökonomie (78%).

    Unterrepräsentiert sind die Frauen dagegen teilweise im Bereich Logistik (25-47,5%). Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2014 erneut deutlich gestiegen von 760 auf 984, der Frauenanteil insgesamt hat sich ebenfalls weiter deutlich erhöht (von 48,4% auf 55,9%).
  • Betriebswirtschaft international

    In diesem Bereich ist der Frauenanteil in 5 von 8 Studiengängen überdurchschnittlich hoch (zwischen 60 und 80%). Eine Ausnahme bildet der Studiengang International Finance der FRA UAS mit nur 37,9% Frauenanteil.

    Auch in diesem Bereich sind die Studierendenzahlen seit 2014 weiter deutlich gestiegen (von 1.954 auf 2.119), der Frauenanteil insgesamt ist in etwa gleich geblieben (54,8%).

  • Oecotrophologie, Weinbau und Getränketechnologie

    Die Oecotrophologie (früher Hauswirtschaftslehre) hat traditionell einen sehr hohen Frauenanteil (75-90%). Im Weinbau sinkt der Frauenanteil seit Jahren und liegt jetzt bei 30,6%.

    Die Studierendenzahlen in diesem Bereich sind wieder leicht gestiegen (von 1.242 auf 1.333), die Männer-/Frauenanteile bleiben ausgeglichen (48,9 zu 51,1%).

  • Journalismus, Design, Kommunikation, Medien

    In Studiengängen des Journalismus und des Kommunikationsdesigns sind Frauen überdurchschnittlich stark vertreten (55-70%). Unterdurchschnittlich ist der Frauenanteil in den Studiengängen Industriedesign und Motion Pictures der HDA (33,3 bzw. 35,4%). Deutlich unterrepräsentiert sind die Frauen bisher im Studiengang Sound and Music Production der HDA (14,4%).

    Die Studierendenzahlen sind in diesem Bereich weiter deutlich gestiegen (von 2.023 auf 2.342), vor allem weil sich auch die Zahl der Studiengänge an der HDA deutlich erhöht hat (12 Studiengänge, davon 4 auslaufend). Der Frauenanteil insgesamt hat sich leicht erhöht (von 51,8 auf 54,2%).

  • Bio-, Chemie-, Medizin- und Umwelttechnologie

    Die ersten Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, die in dieser Liste auftauchen, bieten ein differenziertes Bild: Überdurchschnittliche Frauenanteile (54-67%) in der Biotechnologie, der Lebensmitteltechnologie und der Krankenhaushygiene, im Vergleich zu anderen Bereichen in der Ingenieurwissenschaft noch relativ hohe Frauenanteile in der Umwelttechnik, der Chemischen Technologie und der Medizinischen Technik (21-39%). Dies bestätigt die Beobachtung, dass sich mehr Frauen für Ingenieurwissenschaften interessieren, wenn sie interdisziplinär ausgerichtet sind (Richtung Biologie, Chemie und Medizin) und/ oder gesellschaftspolitische Fragen aufnehmen. Die stärksten Effekte hat das Wort „Bio“ im Namen eines Studiengangs.

    Auch hier sind die Studierendenzahlen seit 2014 wieder deutlich gestiegen (von 3.013 auf 3.402), der Frauenanteil stabilisiert sich bei 46,3%.

  • Mathematik und Physikalische Technik

    An der Mathematik kann es nicht liegen, dass Frauen sich seltener für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge interessieren: In den Mathematikstudiengängen ist das Geschlechterverhältnis relativ ausgeglichen (49-57%). Im Vergleich zu den weiter unten folgenden ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen haben auch die Studiengänge mit Physikschwerpunkt einen relativ hohen Frauenanteil (18-30%).

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2013 kontinuierlich gestiegen (von 1.400 auf 1.674), der Frauenanteil insgesamt ist konstant geblieben (von 40,4 auf 39,9%).

  • Bauingenieurwesen, Garten- und Landschaftsbau

    In der Landschaftsarchitektur und im Gartenbau liegt der Frauenanteil bei 27,8-45,5%, wobei der Gartenbau seit 2010 einen stetigen leichten Rückgang zu verzeichnen hat (- 6,4 Prozentpunkte) und der – allerdings sehr kleine – duale Studiengang Landschaftsarchitektur bislang einen unterdurchschnittlichen Frauenanteil aufweist (27,8%).

    Beim Bauingenieurwesen lassen sich wiederum deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen ausmachen: an der TH Mittelhessen liegt der Frauenanteil bei fast 30%, in Frankfurt dagegen bei nur 14-17%. Hier studieren dafür 36,5% Frauen den Studiengang Geoinformation und Kommunaltechnik.

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2013 weiter gestiegen (von 3.838 auf 4.671), der Frauenanteil insgesamt ist in etwa gleich geblieben (26,2 zu 26,8%)

  • Interdisziplinäre Informatik

    Wegen der unterschiedlichen Ausrichtung der einzelnen Studiengänge ergibt sich hier ein sehr heterogenes Bild. 51,8% Frauenanteil erreicht die Medizinische Informatik der TH Mittelhessen und liegt damit einsam an der Spitze. Drei sehr unterschiedliche Studiengänge liegen über dem Durchschnitt im Bereich von 27-34%, die anderen sieben Studiengänge im Bereich von 7-22,5% Frauenanteil. Der Frauenanteil in der Technischen Informatik unterscheidet sich weniger nach der Fachrichtung denn nach den einzelnen Hochschulen. Die FRA UAS liegt hier mit ihren Studiengängen (22,3-22,5%) vorne, allerdings läuft der Studiengang Ingenieurinformatik jetzt aus. Die TH Mittelhessen findet sich mit ihrer Technischen Informatik am Ende der Rangliste (7,2 und 13,3% Frauenanteil). Auch in der Wirtschaftsinformatik sind die Unterschiede zwischen den Hochschulen erheblich: Die H RheinMain liegt am Ende der Skala mit 12%, die FRA UAS führt mit 27,1%.

    Die Gesamtzahl der Studierenden in diesem Bereich ist seit 2014 wieder leicht gestiegen (von 2.327 auf 2.464), der Frauenanteil steigt weiter, wenn auch leicht (von 23,6 auf 24,1%).

  • Medieninformatik

    Im Bereich Medieninformatik gibt es nach wie vor deutliche Unterschiede beim Frauenanteil zwischen den einzelnen Hochschulen: Der stark interdisziplinär ausgerichtete Studiengang Informationswissenschaft an der H Darmstadt hat 40% Frauenanteil, Digitale Medien in Fulda steigert sich weiter auf 38,4%, Medieninformatik an der H RheinMain weist auch eine Steigerung auf auf 29,5% und der gleichnamige Studiengang an der TH Mittelhessen bleibt bei 20,5%.

    Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich hat sich diesmal deutlicher erhöht (von 1.175 auf 1.306), der Frauenanteil ist ebenfalls leicht gestiegen (von 30,4 auf 32,1%).

 

Bachelor-Studiengänge, in denen Frauen deutlich in der Minderheit sind

  • Wirtschaftsingenieurwesen

    Generell liegt der Frauenanteil im Wirtschaftsingenieurwesen höher als in den reinen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Studiengängen sind aber erheblich. Sehr ausgeglichen ist der neue Studiengang Immobilienmanagement der H Rhein Main gestartet mit vielen Studierenden und 51% Frauenanteil. Die TH Mittelhessen liegt mit ihrem Facility Management mit 34% über dem Durchschnitt. Bei den übrigen Studiengängen reicht das Spektrum von 16-29% Frauenanteil, wobei die TH Mittelhessen mit ihrem dualen die Liste anführt.

    Die Zahl der Studierenden in dem Bereich ist seit 2013 sehr stark gestiegen (von 2.435 auf 3.929), der Frauenanteil insgesamt hat sich deutlich erhöht (von 21,6 auf 28%), was vor allem am erst genannten Studiengang liegt.

  • Allgemeine und Angewandte Informatik

    Die Unterschiede zwischen den Hochschulen sind hier erheblich: Der Frauenanteil in Frankfurt (24,9%) ist fast dreimal so hoch wie an der TH Mittelhessen (7,9-12,9%).

    Insgesamt hat sich die Zahl der Studierenden seit 2013 weiter erhöht (von 4.007 auf 4.347), der Frauenanteil steigt weiterhin geringfügig an (17,3 zu 17,8%).

  • Elektro- und Informationstechnik

    Die Elektrotechnik gehört zu den drei Bereichen mit dem niedrigsten Frauenanteil. Einzig in der Medientechnik an der H RheinMain (27,5%) und in der Informations- und Kommunikationstechnik an der TH Mittelhessen (16,4%) liegt der Frauenanteil über 15%. Der Studiengang mit der mit Abstand höchsten Studierendenzahl an der H Darmstadt (1.154) liegt genau im Durchschnitt mit einem Frauenanteil von 10%. Schlusslicht ist die Elektronik an der TH Mittelhessen mit nur 2,8%.

    Dies ist einer von zwei Bereichen (neben der Mechatronik), in dem die Zahl der Studierenden leicht gesunken ist (von 3.585 auf 3.510), der Frauenanteil ist in etwa gleich geblieben mit 10,1%.

  • Maschinenbau

    Wo das Fach Maschinenbau interdisziplinär ausgerichtet ist, ist der Frauenanteil höher, so wie bei der Material- und Produktentwicklung in Frankfurt (21,3 bzw. sogar 38,3% im neuen Studiengang) oder der Kunststofftechnik an der H Darmstadt (16,4%). Im reinen Maschinenbau schwankt der Frauenanteil dagegen zwischen 4% und 5,6%, wobei hier Frankfurt das Schlusslicht bildet.

    Die Studierendenzahlen sind seit 2013 weiter gestiegen (von 3.911 auf 4.300), nachdem sie im Jahr zuvor stark gesunken waren (von 4.552 auf 3.911), der Frauenanteil bleibt bei 7,4%, damit belegt der Maschinenbau den vorletzten Platz.

  • Mechatronik

    Die Mechatronik bildet das Schlusslicht beim Frauenanteil in den MINT-Fächern: 1,9-9,9% Frauen sind verschwindend geringe Zahlen. Die meisten Frauen sind in den kooperativen bzw. dualen Studiengängen KIS-Systems Engineering der H Rhein Main und Ingenieurwesen der TH Mittelhessen vertreten (9,9 und 9%). In den reinen, auch so bezeichneten Mechatronik-Studiengängen sind es dagegen maximal 4,6% Frauen (Gesamtanzahl 14!).

    Dies ist der zweite Bereich (neben der Elektrotechnik) in dem die Zahl der Studierenden nicht gestiegen, sondern deutlich gesunken ist (von 1.221 auf 1.089).

    Der Frauenanteil hat sich kaum verändert (von 6,0 wieder auf 5,6%). Insgesamt studierten nur noch 61 Frauen in diesem Bereich.