Geschlechterdimensionen in der Ernährung des Kleinkindes

Forschungswerkstatt 17.06.2016, 10:00-17:00
Frankfurt University of Applied Sciences (BCN-Gebäude, Raum 713)


Die Folien der Vorträge finden Sie hier:
Prof. Dr. Jana Rückert-John/Milan Schmidt: Stillen. Die politische Bedeutung des Privaten

Verena Limper: Säuglingsernährung als gendered practice. Flaschennahrung für Säuglinge in
Deutschland und Schweden im 20. Jahrhundert


Dr. Anke Günther: Säuglings- und Kleinkinderernährung aus der Sicht von Familien in schwierigen Lebenssituationen. Erste Einblicke aus einem Forschungsprojekt im Kontext der Frühen Hilfen


Einen Tagungsbericht finden Sie hier.



Kurzbeschreibung des Workshops
Es gehört zur Natur des Menschen, dass er vom Beginn seines Lebens an auf Nahrung angewiesen ist. Wie die Ernährung der Säuglinge und Kleinkinder gesichert wird, dies ist jedoch eine in höchstem Maße kulturelle Angelegenheit. Die praktischen Formen, Zuständigkeiten, zeitlichen und moralischen Regelungen und die Nahrungsmittel selbst unterliegen historischen Wandlungen und sozialen Differenzen. Bei allen Unterschiedlichkeiten gibt es jedoch eine Konstante: Es sind Frauen und vor allem Mütter, die eine exponierte Rolle als Nährende spielen. Dass sie ihre Kinder in der ersten Lebenszeit mit ihrer eigenen Milch aufziehen, gehört zu den scheinbar natürlichen Gesetzmäßigkeiten der Menschheit.
Gleichwohl war und ist das Stillen ein gesellschaftlich umkämpftes Feld, bei dem immer auch Geschlechterordnungen mitverhandelt wurden. Die Mutter wird hier als Ernährungsverantwortliche positioniert und damit in spezifischer Weise an das Kind gebunden, während der Vater auf der Hinterbühne verbleibt. Diese Arbeitsteilung erfährt mit dem Übergang zur festen Nahrung in der Regel keine Modifikation, sondern setzt sich fort. Dies wirft kritische Fragen im Hinblick auf das gesellschaftliche Programm der Gleichstellung in der Elternschaft auf. Die Forschungswerkstatt will Raum geben, um Beiträge zu den Genderdimensionen der Ernährung des Kleinkindes gemeinsam mit interessierten Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen zu diskutieren. Vor diesem Hintergrund sollen weiterführende Forschungsperspektiven für Sozial- und Ernährungswissenschaften wie auch die Genderstudies entwickelt werden.

Programm

9:45Ankommen
10:00   Begrüßung: Prof. Dr. Lotte Rose, Geschäftsführerin des gFFZ
10:15Die stillende Mutter – Inbegriff weiblicher Fürsorge?!
Prof. Dr. Sabine Seichter, Universität Salzburg
11:00Säuglingsernährung als gendered practice. Flaschennahrung für Säuglinge in Deutschland und Schweden im 20.Jahrhundert.
Verena Limper, Universität zu Köln
11:45Kaffeepause
12:00 Stillen: Die politische Bedeutung des Privaten.
Prof. Dr. Jana Rückert-John, Hochschule Fulda
12:45Mittagessen
13:45Säuglings- und Kleinkinderernährung aus der Sicht von Familien in schwierigen Lebenssituationen – Erste Einblicke aus einem Forschungsprojekt im Kontext der Frühen Hilfen.
Dr. Anke Günther, Hochschule Fulda
14:30Wiegen, Messen, Kontrollieren? Ernährung im Kontext von Familienhebammenarbeit.
Hanna Rettig, Stiftung Universität Hildesheim
15:15Kaffeepause
15:30Anrufungen zum 'Maß halten' im Ernährungsdiskurs in Kriminalakten. Eine geschlechtersoziologische Annäherung.
Dr. Eva Tolasch, Georg-August-Universität Göttingen
16:15 Abschlussdiskussion



Anmeldung
Begrenzte Platzzahl, bitte melden Sie sich bis zum 30.05.2016 unter seehaus.rhea@fb4.fra-uas.de an.

Es wird ein Kostenbeitrag von 10 Euro erhoben. Dieser ist unmittelbar nach Tagungsanmeldung und Bestätigung zu überweisen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen diesen Beitrag im Falle einer Stornierung leider nicht erstatten können.

Empfänger: Frankfurt University of Applied Sciences
Kontonummer: 100 64 85
BLZ: 500 500 00
IBAN: DE10 5005 0000 0001 0064 85
BIC: HELA DE FF XXX (Frankfurt am Main)
Bank: Landesbank Hessen-Thüringen
Verwendungszweck: 9 6005 020 Name, Vorname F-Werkstatt

Kontakt und Information
Dr. Rhea Seehaus, seehaus.rhea@fb4.fra-uas.de, 069/1533-3158 oder -3150


 Alle Informationen als Flyer (inklusive Anfahrt).