TitelFraGiL - Gesundheitsversorgung für Frauen nach häuslicher und sexueller Gewalt im Land Hessen: Bestandsaufnahme und Möglichkeiten der Umsetzung der Istanbul-Konvention
Name der Forscher*inProf. Dr. Daphne Hahn,
Stefanie Haneck , M. Sc.
Institution Hochschule Fulda
StichworteGesundheitsversorgung, Gewalt, Istanbul-Konvention
FinanzierungHMWK
Laufzeit09/2020 - 02/2022
Kontaktdaphne.hahn@pg.hs-fulda.de,
stefanie.haneck@pg.hs-fulda.de
Kurzbeschreibung

Im Gesundheitsbereich besteht noch grundlegender Handlungsbedarf, um die in der Istanbul- Konvention formulierten Ziele umzusetzen (S.I.G.N.A.L. e.V. 2017). Derzeit können keine Aussagen zu den an Interventionsmaßnahmen im Gesundheitsbereich beteiligten Akteur*innen, deren Aufgaben und Ziele, Art und Umfang konkreter Angebote getroffen werden. Im Rahmen des Forschungsprojektes sind Interviews mit Expert*innen mit folgenden Zielen und Fragestellungen vorgesehen:

1. Landeskoordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt in Hessen: es soll ein Überblick über bestehende Angebote der gesundheitlichen Versorgung nach häuslicher und sexueller Gewalt gewonnen werden und inwiefern diese untereinander koordiniert werden bzw. kooperieren.


2.Gesundheitsfachpersonal in Kliniken und anderen Einrichtungen im Gesundheitswesen: es sollen Erkenntnisse über die Durchführung der gesundheitlichen Versorgung nach Gewalterfahrungen gewonnen werden. Dabei ist folgendes von Interesse:

  • Auf welcher fachlichen Grundlage basieren die bestehenden Angebote?
  • Inwiefern werden Dokumentationsbögen für Verletzungen angewendet?
  • Wer ist an der gesundheitlichen Versorgung bei häuslicher und sexueller Gewalt beteiligt?
  • Bestehen Kooperationen mit anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens?
  • Wie wird auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen mit Beeinträchtigungen eingegangen?


3. Mitarbeiter*innen in Schutzambulanzen in Hessen: es sollen nähere Informationen über die gesundheitliche Versorgung bei Gewalt in einem Versorgungsangebot liefern, das spezifisch zur Dokumentation und Spurensicherung etabliert wurde. Folgende Fragestellungen sollen beantwortet werden:

  • Wie unterscheidet sich das Versorgungsangebot der Schutzambulanz von einer Behandlung im Krankenhaus?
  • Bestehen Kooperationen mit anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens?
  • Welche Personen nehmen das Angebot in Anspruch?


4.Koordinierungsstellen anderer Bundesländer, die sich ausschließlich mit der gesundheitlichen Versorgung nach Gewalt befassen. Dabei interessiert:

  • Welche Vorteile bietet eine solche Koordinierungsstelle?
  • Welche Voraussetzungen sind notwendig, um ein solches Vorhaben umzusetzen?
  • Welche Schwierigkeiten, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten bestehen?

Darüber hinaus sind teilnehmende Beobachtungen bei Sitzungen der regionalen Runden Tische gegen häusliche Gewalt vorgesehen sowie Interviews mit relevanten Akteur*innen in diesem Zusammenhang.

Durch das Forschungsprojekt soll eine systematische Übersicht über bestehende gesundheitliche Versorgungsangebote sowie bestehende Kooperationen im Zusammenhang mit Gewalt in Hessen gewonnen werden. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden Empfehlungen für die Einrichtung einer Koordinierungsstelle der gesundheitlichen Versorgungsangebote bei Gewalt formuliert. Längerfristig sollen die Folgen nach Gewalterfahrungen reduziert werden.