TitelModellversuch zur Radverkehrsförderung bei jugendlichen Mädchen
Name der Forscher*inProf. Dr.-Ing. Volker Blees,
Anna Gering (M.Eng.),
Annika Heinzelmann (B.Sc.),
Eva Legner (B.Eng.),
Prof. Dr.-Ing. Martina Lohmeier,
Tina Vaahsen (B.A.)
Institution Hochschule RheinMain, Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen, Fachgruppe Mobilitätsmanagement, in Kooperation mit dem Fachbereich Sozialwesen
StichworteJugendliche; Mädchen, Schule, Fahrrad, Radverkehr, Partizipation, Hessen
FinanzierungAntragsforschung über das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Laufzeit06/2021-12/2021
Kontaktmobilitaetsmanagement@hs-rm.de
Kurzbeschreibung

Wissenschaftliche Studien und bundesweite Erhebungen zeigen, dass Unterschiede der Verkehrsnachfrage und der Mobilitätsvoraussetzungen zwischen den Geschlechtern bestehen, z.B. hinsichtlich Wegezwecke und -länge, Besitz von Mobilitätswerkzeugen und Verkehrsmittelnutzung) (KRAUSE und STIEWE 2012: 321f., 330, vgl. auch MiD, SrV, MOP). Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren haben beispielsweise eine unterschiedliche Radnutzung: Mädchen nutzen das Fahrrad auf nur 17% ihrer Wege, Jungen auf 22% der Wege (MiD 2017). Nur etwa 8 % der Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren erfüllen die WHO-Empfehlung einer täglichen körperlichen Aktivität von mind. 60 Minuten. Jungen sind in allen Altersgruppen sportlich aktiver als Mädchen (ca. 15 % erfüllen die WHO-Empfehlungen) (FINGER ET AL. 2014: 843). In der Verkehrs- und Mobilitätsplanung sind die Bedürfnisse von Gendergruppen, zu denen auch jugendliche Mädchen gehören, zudem stark unterrepräsentiert (FGSV 2013 & 2015). Hier knüpft das Forschungsprojekt an. Es möchte Grundlagen zur Fahrradförderung mit und für jugendliche Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren schaffen.
Der Ablauf ist in vier Arbeitspakete unterteilt. Zunächst wird eine Grundlagenrecherche durchgeführt, die das unterschiedliche Verkehrsverhalten von Jungen und Mädchen betrachtet. Aspekte des allgemeinen Bewegungsmangels von Jugendlichen fließen in die Recherche ein. Basierend auf der Analyse werden ein Interviewleitfaden entwickelt und ein Fokusgruppengespräch konzipiert. Interviews und Fokusgruppengespräch sollen exemplarisch an einer Wiesbadener Schule durchgeführt werden. Im Anschluss der Auswertung der Gespräche wird, basierend auf den Erkenntnissen, ein Workshop entwickelt. Dieser Workshop wird mit den Mädchen des Fokusgruppengesprächs und der Interviews durchgeführt. Ziel des Workshops ist es, gemeinsam Interventionen zu entwickeln, die seitens der Schule zur Förderung des Radfahrens für die Mädchen umgesetzt werden können. Abschließend soll ein Feedbackgespräch mit der teilnehmenden Schule stattfinden, um Potenziale und Defizite des Projekts zu identifizieren und für weitere Projekte anpassen zu können.

weiterführende Literatur

DEUTSCHES MOBILITÄTSPANEL (MOP) (2020): Eine Längsschnittstudie zum Mobilitätsverhalten der Bevölkerung.

SRV – MOBILITÄT IN STÄDTEN (2018)

MID – MOBILITÄT IN DEUTSCHLAND (2017): Mobilität in Tabellen.

FGSV - FORSCHUNGSGESELLSCHAFT FÜR STRAßEN- UND VERKEHRSWESEN (2015):
Gender Mainstreaming im Verkehrswesen. Radverkehr Arbeitskreis 1.1.1 Gender und Mobilität.

FGSV - FORSCHUNGSGESELLSCHAFT FÜR STRAßEN- UND VERKEHRSWESEN (2013):
Gender Mainstreaming im Verkehrswesen. Kinder und Jugendliche als Verkehrsteilnehmer. Arbeitskreis 1.1.1 Gender und Mobilität.

Krause, Juliane / Stiewe, Mechthild (2012):
Geschlechterverhältnisse und Mobilität – Welchen Beitrag leisten Mobilitätserhebungen?